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Barrierefreier Tourismus im Breisgau und südlichen Hochschwarzwald
 

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Blick von der Vogesenkapelle nach Südwesten zu St.Peter, Dreisamtal und Schauinsland

Barrierefreier Ausblick:

Von der Vogesenkapelle nach Südwesten
zu St.Peter, Dreisamtal und Schauinsland
am 18. September 2004
früh morgens um 7 Uhr

 

Freiburgs Behindertenbeauftragte Esther Grunemann: Kopfsteinpflaster

Seit einem halben Jahr ist Esther Grunemann, die selbst im Rollstuhl sitzt, Behindertenbeauftragte der Stadt Freiburg – ehrenamtlich. Die 47-jährige Lehrerin (Deutsch, Französisch, Kunsterziehung) und Sozialpädagogin arbeitet als Einsatzleitung für den ambulanten Hilfsdienst des Arbeitskreises Behinderte-Nichtbehinderte (AKBN). Grunemann stammt aus Lörrach, sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Mit ihrer Familie lebt sie im Rieselfeld.

Ist Freiburg behindertenfreundlich?
Es gibt manches, was ganz gut ist, zum Beispiel finden sich viele abgesenkte Bordsteine in der Stadt. Aber Freiburg hat durchaus noch Potenzial.
Wo zum Beispiel?
Ein Dauerbrenner ist das Kopfsteinpflaster. Daraus resultiert unter anderem der Wunsch vieler Rollstuhlfahrer nach Fahrstreifen an den Marktständen. Nachholbedarf haben wir auch bei den Blindenleitsystemen.
Welche Probleme werden von den Behinderten an Sie herangetragen?
Die sind ganz unterschiedlicher Natur. Zum Beispiel gab es den Fall, dass ein Rollstuhlfahrer bei einem SC-Spiel einen Hitzschlag erlitten hat, weil die Plätze für Rollstuhlfahrer ungeschützt in der Sonne liegen. Auch die neuen Anti-Hunde-Gitter an Spielplätzen sind nicht sehr rollstuhlfahrerfreundlich, da die Räder darin steckenbleiben können.
Kompletten Beitrag vom 10.9.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/sagen-sie-mal-ein-dauerbrenner-ist-das-kopfsteinpflaster--19325106.html

 

 

 

Mehrgenerationenhäuser - Wohnmodelle für Ältere

Nur eine Minderheit fühlt sich beim Thema altersgerechtes Wohnen angesprochen. "Alt" , das sind immer die anderen, so die gängige Meinung. Zu viele Privateigentümer und Wohnungsbaufirmen investieren zu oft zu spät in den barrierefreien Umbau ihrer Immobilien. Die Folge: In Deutschland gibt es derzeit nur sehr wenige altersgerechte Wohnprojekte. Doch wer im Alter nicht alleine leben möchte oder in späteren Jahren teure Umbauarbeiten ausführen lassen möchte, sollte vorausschauend bauen und planen.

Das Angebot an barrierefreien Wohnungen liegt in Deutschland und im europäischen Durchschnitt bei nur einem Prozent und damit weit unter dem Bedarf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), die auf einer Befragung unter Branchenverbänden aus zwölf europäischen Staaten mit insgesamt rund 30 000 Immobilien- und Wohnungsunternehmen basiert. "Seniorenimmobilien müssen stärker in das Blickfeld von Wirtschaft und Politik rücken. Von den 39 Millionen Wohnungen in Deutschland sind nur gut 350 000 altengerecht umgebaut" , weiß BFW-Vorsitzender Walter Rasch. Bis 2020 werden, so die BFW-Studie schätzungsweise rund 800 000 zusätzliche Seniorenwohnungen notwendig. Dann ist jeder vierte Deutsche über 65 Jahre alt. Die demografische Entwicklung in Deutschland erfordert daher neue, zukunftstaugliche Wohn- und Lebensformen für ältere Menschen. Mit zunehmendem Alter eines Menschen steigt auch das Risiko, von Hilfe und Pflege abhängig zu werden. Der Staat kann aber die Lücke auf Dauer nicht mehr füllen. Jeder sollte daher rechtzeitig über neue Wohn- und Lebensformen im Alter nachdenken.
Um die Bindungen zwischen den Generationen wieder mehr zu festigen setzt die Bundesregierung auf die Förderung so genannter Mehrgenerationenhäuser. Die Grundidee: Großeltern, Eltern und Kinder leben unter einem Dach. Doch trotz räumlicher Nähe der Generationen wünschen sich Familienangehörige von heute, im Alltag die nötige Distanz wahren zu können. "Von Architekten wird künftig eine flexible Palette von baulichen Lösungen erwartet, um trotz gewünschter Gemeinsamkeit, Raum für individuelle Persönlichkeit schaffen zu können" , betont der Architekt Dietrich Fink. Mit Hilfe verschiebbarer Wände lassen sich beispielsweise Wohnungen dem jeweiligen Alter anpassen. Seniorenwohngemeinschaften oder das Wohnen in den eigenen gewohnten vier Wänden inklusive Serviceangeboten wie Essen auf Rädern, gehörten ebenso die Zukunft. Aber auch exklusive Seniorenwohnanlagen liegen im Trend. Viele Ältere haben das Problem, Gleichgesinnte für altersgerechte Wohnprojekte zu finden. Hilfe bietet das Forum Gemeinschaftliches Wohnen (FGW) an. Die Initiative ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Vereinen und Gruppen, die gemeinschaftliche, generationsübergreifende Wohnformen bekannt machen und Wohnprojekte verwirklichen. Ein spezielles bundesweites Internetangebot für gemeinschaftliches Wohnen — geordnet nach Städten oder Postleitzahlen — gibt es bislang nicht. Lediglich in einigen Regionen sind einzelne Initiativen aktiv, und haben sich zum Ziel gesetzt, Projekte und Angebote von barrierefreien Wohnungen auf einer Internetseite zu bündeln. Welche finanziellen Unterstützungen sind möglich? Altersgerechtes Wohnen ist vor allem eine Frage des Geldes. Eigens durchgeführte Ein- und Umbauten in Mietwohnungen unterstützt die Pflegekasse in jedem Einzelfall mit bis zu 2557 Euro, sofern eine Pflegestufe vorliegt. Der Mieter muss zehn Prozent der Kosten tragen, jedoch höchstens bis zur Hälfte seiner Bruttoeinnahmen. Kleinere Hilfsmittel übernehmen die Pflegekassen sogar in voller Höhe. Doch auch mancher Vermieter lässt mit sich über eine Kostenübernahme reden, so die Erfahrung deutscher Mietervereine.
Matthias Schäfer, 24.11.2007, BZ

 

 

Freiburg-Stadtführer mit barrierefreien Angeboten von DeWo

Fünf Jahre, nachdem auf Betreiben der Arbeitsgemeinschaft "Miteinander leben" die Internetplattform www.freiburg-fuer-alle.de ins Leben gerufen worden war, gibt es den "Stadtführer für Senior/innen und alle, die sich über barrierefreie Angebote freuen" in gedruckter Form. BZ-Mitarbeiterin Anita Rüffer sprach mit Gernot Wolfgang, Inhaber der DeWo Werbeagentur, die sich der Angebote angenommen hat.

BZ: Agieren Sie inzwischen als Einzelkämpfer, oder haben Sie bei dem Projekt Mitstreiter?
Wolfgang: Das Seniorenbüro und der Stadtseniorenrat stehen dahinter. Die Internetplatform haben wir gemeinsam mit der Evangelischen Fachhochschule entwickelt. Die Stadt hat damals eine Anschubfinanzierung von 20 000 Euro zur Verfügung gestellt. Das reicht auf Dauer bei weitem nicht aus. Also habe ich Inserenten gesucht und Werbung integriert, damit das Projekt auf eigenen Füßen stehen kann. Ich habe eine 400-Euro-Mitarbeiterin eingestellt und einen Grafiker im Haus, der sich um die Gestaltung kümmert. Die eigentliche Arbeit wird bei mir gemacht. Rechnen tut sich das nicht. Allein die Druckkosten für die Print-Version belaufen sich auf 14 000 Euro.

BZ: Was motiviert Sie?
Wolfgang: Ich bin durch eigene Erfahrungen vorbelastet: Mein Schwiegervater saß sechs Jahre im Rollstuhl, mein Vater in seinem letzten Lebensjahr und ich selbst nach einem Sportunfall für zwei Monate. Da stellte sich immer die Frage: Wo können wir spazieren gehen, welches Lokal ist geeignet, wo können wir einkaufen? Wo gibt es Behindertentoiletten, barrierefreie Kinos, Museen, Ärzte und Wohnprojekte? Für die Datenerhebung haben wir einen Frageboten entwickelt.

BZ: Wo gibt es den Stadtführer?
Wolfgang: Wir haben ihn in einer Auflage von 20 000 gedruckt, und er liegt kostenlos aus im Seniorenbüro, bei der Touristeninformation, bei Ärzten, Apotheken und in Altenhilfeeinrichtungen. Wir haben vor, ihn jährlich neu aufzulegen.

BZ: Vielleicht lässt sich damit ja doch irgendwann mal Geld verdienen.
Wolfgang: Ich wünsche mir, dass daraus eine Marke wird, die sich auch in anderen Städten durchsetzt. Lörrach hat schon damit angefangen. Für die Internetplattform haben wir ein Redaktionssystem entwickelt, das wir jeder Gemeinde zur Verfügung stellen können. Sie muss nur noch die Daten eintragen.
6.11.2007, BZ

 

Barrierefrei - Erst auf der Stufe des Mittelalters

Lobenswert ihr Bericht über den obig genannten Test, auch wenn es nur einen "Tropfen auf dem heißen Stein" bedeutet. Ich bin Rollstuhlfahrer und im Laufe vieler Jahre mit allen möglichen und unmöglichen Dingen konfrontiert worden, von dem ein normaler Fußgänger gar nicht weiß, dass es so etwas überhaupt gibt. Wie in Ihrem Bericht geschildert, gibt es diese "Klassifizierung" bezüglich der Einstufungen der Schwere einer Behinderung sehr selten. Wer kennt denn schon den Unterschied zwischen "behinderten-" oder "rollstuhlgerechter Ausstattung"? Nur was "rollstuhlgerecht" ist , wäre auch "behindertengerecht", umgekehrt ist es nicht möglich. Die gesamte Problematik aufzulisten sprengt den Umfang. Dass es für mich persönlich in meiner Umgebung (Lenzkirch - Neustadt) kaum Möglichkeiten gibt, ohne Hilfe mit dem Rollstuhl etwas unternehmen zu können, dürfte auch für die BZ nichts Neues sein. Ob Behörden, Ämter, Arztpraxen, Cafes, Kino oder selbst zur Kirche, das ist schon ein echtes Abenteuer (außer ganz wenigen Ausnahmen); Schaufenster ansehen, vor denen riesige Bordsteine sind, ein gewagtes Unternehmen; ins Cafe "rollen", um mal eine gute Tasse Kaffee zu trinken, unmöglich, weil eine Toilette nicht erreichbar wäre. Abschließend möchte ich noch erwähnen, sich einmal kundig zu machen, wieweit unsere nördlichen Nachbarländer (Niederlande - Norwegen - Schweden - Dänemark , etc.) in Sachen Behinderte und Rollstuhlfahrer schon seit etlichen Jahren sind. Wir hier in Deutschland stehen bei einem Vergleichstest erst auf der Stufe des Mittelalters, eher aber noch tiefer. Traurig, beschämend aber wahr. Gerade deshalb weil es oft nicht nur am Geld mangelt, sondern am Willen zur Veränderung und am Willen zur Hilfe. Ein Beispiel: Statt einer zweistufigen Treppe vor einem Geschäft, eine kleine Rampe: Halber Sack Zement und halber Sack Sand, schon wäre ein Problem beseitigt.

Leserbrief von Claus T. Höhner, Lenzkirch am 8.10.2004

 

Barrierefreier Tourismus - Tourist-Info Titisee und Diakonie Freiburg

TITISEE-NEUSTADT. "Die Tische hier sind einfach spitze", sagt Bernhard Schlupf. Inge Hermann stimmt ihm zu. Ohne "anzuecken" sitzen die beiden Rollstuhlfahrer am Stammtisch im Hotel "Josen". Gerade haben sie die "Hausbegehung" beendet. Mit am Tisch sitzen der stellvertretende Kurdirektor Jürgen Hörmann und Andreas Harder vom Diakonischen Werk. Titisee-Neustadt soll als Urlaubsort an Attraktivität zulegen. Hierfür initiierte die Tourist-Information zusammen mit dem Diakonischen Werk das Projekt "barrierefreier Tourismus".

Ziel ist es, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehbehinderungen schon im Ferienprospekt einen Hinweis zu geben, welches Hotel, Gasthaus oder welche Ferienwohnung barrierefreies Wohnen im Urlaub zulässt. Barrierefreier Urlaub heißt für Rollstuhlfahrer, dass sie ohne Hilfspersonen selbstständig sein können. Ein stilisierter Rollstuhlfahrer auf weißem Grund - ähnlich dem blauen internationalem Piktogramm - signalisiert im Ferienmagazin: "Rollstuhl ist möglich". 20 Beherbergungsbetriebe in Titisee-Neustadt werben mit diesem Piktogramm. Doch was heißt "möglich"? Die Aussage ist schwammig. Die Realität zeigt, es gibt keinen Einheitsrollstuhl mit einer Standardbreite. Die Vielzahl der "Modelle" - angefangen vom "Sportrolli" bis hin zum elektrischen "Rolli" - ist groß. Zudem ist jeder Rollstuhlinsasse unterschiedlich körperlich beweglich.

Angeschrieben wurden im Rahmen des Projektes alle 20 Betriebe. Eingelassen wurden die beiden Testgruppen ins Hotel "Josen", "Jägerhaus", "Behringer Hof", "Hermeshof", "Traube" (Waldau), in die Ferienwohnungen Ketterer und Schmitt (Waldau) sowie das Haus "Seebachtal" (Titisee).

Im "Josen" erhielt die BZ einen Einblick in die Vorgehensweise der Begehung. Das Sagen hatten die Experten, Inge Hermann in ihrem Elektrorollstuhl aus Kirchzarten und Bernhard Schlupf im "normalen" Rollstuhl aus Oberried. Andreas Harder und Jürgen Hörmann halfen als "Rollstuhlschieber" sowie mit dem Zollstock. Beide "Rollifahrer" können ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, ein bezahlbares rollstuhlgerechtes Urlaubsquartier zu finden. Mit von der Partie war auch Anna-Carina Gläser vom "Josen". Sie führte durchs Haus. Angefahren mit den Rollstühlen wurden das Restaurant, der Aufzug, die Gänge, die behindertengerechten Zimmer. Bei Letzteren galt das besondere Augenmerk den sanitären Einrichtungen. Oftmals ist der Fahrstuhl die erste "hohe Klippe", die Rollstuhlfahrer nicht ohne Hilfe anderer bewältigen können. Das nächste "Hindernis" sind die Gänge zu den Zimmern. Sie sind nicht überall so breit wie im Hotel Josen. Dort kommen sogar zwei Rollstuhlfahrer aneinander vorbei. "Sehr angenehm", lobt Inge Hermann. Türbreiten ab 80 Zentimeter - besser sind 90 Zentimeter - braucht es, damit der Rollstuhl ohne Anstoßen ins Zimmer gefahren werden kann. Zum Rangieren ist eine Verkehrsfläche von 1,50 Meter notwendig. Hieran scheitert es meist in den Badezimmern. Eine gymnastische Meisterleistung müssen Rollstuhlfahrer vollbringen, wenn sie duschen wollen. Die Duschwannen sind unüberwindliche Hindernisse, "ebenerdige" Duschen die Lösung.
.....
Die beiden neuen Piktogramme werden im Ferienmagazin 2005 erstmals verwendet. Eine Erkenntnis der "Begehungen" ist, dass das Rollstuhl-Piktogramm alleine nicht ausreicht. Zu unterschiedlich sind die gewachsenen Strukturen in den Beherbergungsbetrieben. Im neuem Ferienmagazin 2005 wird die bisherige Erklärung des Rollstuhl-Piktogramms durch "barrierefrei" ersetzt. Dies heißt, dass die Unterkunft nach Einschätzung von Betroffenen für Rollstühle geeignet ist. Das zweite Piktogramm zeigt einen gebeugten Menschen, der sich auf einen Stock stützt. Dieses Symbol sei nicht neu, so Hörmann, und es wird dafür stehen, dass das Urlaubsquartier für Menschen mit Gehbehinderungen, die nur zeitweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind, geeignet ist.
Ganzen Text vom 6.10.2004 bitte auf www.bzol.de lesen

  

 

Links

Das Internetportal über barrierefreie Angebote der Stadt Freiburg. Insbesondere für:
- Senioren- Gehbehinderte
- Rollstuhlfahrer
- Blinde und Hörgeschädigte
- Mütter und Väter mit Kinderwagen
 www.freiburg-fuer-alle.de 

Infos zum barrierefreie Webdesign
http://www.einfach-fuer-alle.de/

  

Schön: Rollstuhl aus Pflastersteinen - das gibts in Freiburg in der Adelhauser Strasse zur Markierung eines Parkplatzes

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© by freiburg-schwarzwald.de, Kontakt, Update 10.09.09