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Aktuelles zu Solartechnik
      

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Blick vom Löwen in Breitnau nach Norden zum Fahrenberg am 21.10.2009 - der erste Schnee zur Weißtannenhöhe hin
Blick vom Löwen in Breitnau nach Norden zum Fahrenberg am 21.10.2009 - der erste Schnee zur Weißtannenhöhe hin

   

Neuerscheinung: Das Sonnenschiff - Ein ökologisches Modell für die Zukunft

Broschüre über das Freiburger Dienstleistungszentrum mit innovativem Energiekonzept

Das Sonnenschiff im Freiburger Stadtteil Vauban setzt Maßstäbe als erstes Bürogebäude der Welt, das nach Plusenergiestandard gebaut wurde. Eine neue Broschüre inkl. DVD mit Filmbeiträgen und Interviews vermittelt Bau- und Klimaschutzinteressierten einen informativen Einblick in das zukunftsweisende Gebäudekonzept. Das Sonnenschiff zieht als Teil der preisgekrönten Freiburger Solarsiedlung Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Als erstes Dienstleistungsgebäude der Welt, das als Plusenergiehaus® konzipiert und umgesetzt wurde, ist mit dem Sonnenschiff diese innovative Bauweise entscheidend weiter entwickelt worden. Das Gebäude bietet 1.200 Quadratmeter Ladenfläche und 3.600 Quadratmeter Gewerbenutzfläche, die heute von zahlreichen Büros und Praxen sowie einem Supermarkt, einer Drogerie und einem Café genutzt werden.
Die Broschüre erklärt anschaulich das neuartige Energiekonzept, das vom Freiburger Architekten Rolf Disch und dem Planungsbüro Stahl und Weiß, Büro für Sonnenenergie, entwickelt und umgesetzt wurde - von der Anbringung der Vakuumdämmung in den Fassadenelementen über die Nutzung der Gebäudemassen (Wände, Decken, Böden) als "Kältespeicher" bis zum Einbau von zusätzlichen Kälteakkus in Form von Latentspeicherplatten im Zwischenwandbereich.
Versorgt wird das Sonnenschiff - wie die ganze Solarsiedlung mit ihren 59 Wohngebäuden - mit umweltfreundlicher Nahwärme aus der nahe gelegenen Heizzentrale des Stadtteils Vauban. Die Solardächer erzeugen Sonnenstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Ein weiteres Kapitel der Broschüre widmet sich der wissenschaftlichen Begleitung des Projekts. Das Freiburger Ingenieurbüro Stahl und Weiß erstellte die Energiebilanz des Sonnenschiffs und wertete sie nach Inbetriebnahme aus. Trotz des hohen Energieverbrauchs durch die Supermärkte ist die tatsächliche Bilanz des Sonnenschiffs beachtlich - als reines Bürogebäude, so das Ergebnis der Untersuchung, läge es sogar bei unter einem Drittel des Energiebedarfs nach Passivhausstandard.
Schließlich kommen in der Publikation auch die Nutzer des Sonnenschiffs zu Wort. In einer Befragung der Energieagentur Regio Freiburg wurden sie zu ihrer Zufriedenheit mit dem Raumklima befragt. Über 95% der Teilnehmer antworteten, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz im Sonnenschiff "wohl" oder "sehr wohl" fühlen - ein weiterer Beweis, dass Klimaschutz im Bau zum Wohlbefinden der Gebäudenutzer beitragen kann.

Die Filmbeiträge zum Energiekonzept und Interviews mit Planern und Gebäudenutzern auf der beiliegenden DVD (42 Minuten Spieldauer) vertiefen den Eindruck vom Sonnenschiff als erfolgreiches Beispiel für modernes und zukunftsweisendes Bauen.
Die Broschüre inkl. DVD ist für 10 Euro (Versandkosten 3 Euro) zu beziehen unter
http://www.energieagentur-regio-freiburg.de/verlag oder direkt bei
Energieagentur Regio Freiburg, Tel. 0761/79177-10.
1.7.2010


 

 

 

Forschung am ISE zur Verbilligung des Solarstroms

Mit diesem Grundproblem schlägt man sich auch am Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) herum. Die dortige Forschung verfolgt im Grundsatz drei Wege zum großen Ziel. Zum einen versucht man, Photovoltaikmodule aus Siliziumplatten, wie sie schon auf vielen Hausdächern installiert sind, einschließlich deren Produktion technisch zu verbessern, um sie insgesamt billiger zu gestalten und ihre Ausbeute der Sonnenenergie (15 bis 18 Prozent) zu erhöhen. Ein zweiter Weg ist, statt des reinen und teuren Siliziums weniger wertvolles Material zu verwenden.
Alels vom 15.5.2010 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/ratgeber/bildungwissen/wie-solarstrom-billig-wird--30979045.html

Photovoltaics - Master-Studiengang berufsbegleitend >Universitaet

 

Einspeisevergütung senken: Stromverbraucher wird nicht entlastet

Ist die geplante Senkung der Solarstromvergütung bei gleichzeitig geplanter Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke eine Verbraucherentlastung oder eine Volksverdummung? Die ersten Betreiber von privaten Solarstromanlagen wurden als Spinner belacht. Heute lebt ein ganzer Industriezweig von dieser privat finanzierten, dezentralen und umweltfreundlichen Stromerzeugung. Die Betreiber erwirtschaften nun seit zehn Jahren eine Rendite für ihr Kapital. Diese Rendite ist aber mit einer Neiddiskussion verbunden, die von den großen Energieversorgern gefördert und von vielen Politikern gepflegt wird. Von einer Fernsehkommentatorin habe ich vor wenigen Tagen die dümmste Aussage zu diesem Thema gehört:
Die Investition in eine Photovoltaikanlage sei genauso sicher wie ein Bundesschatzbrief,
aber mit höherer Rendite
.
Dazu zum Nachdenken: Der Bundesschatzbrief liefert eine kleine Rendite, kann jederzeit (solange der Staat nicht pleite geht) zum Nennwert eingelöst werden und ist dann nur um den Lebenshaltungskostenindex weniger wert. Die Solaranlage dagegen erwirtschaftet 20 Jahre lang einen garantierten Preis für den verkauften Strom. Technische und andere Probleme (Beschattung, Reparaturen, schwächer werdende Module, Versicherung, Versteuerung des Gewinns) schmälern die Rendite. Nach 20 Jahren entfällt die gesetzliche Einspeisegarantie, die Stromabnahme und -vergütung sind dann zumindest unsicher. Die Solarmodule und Wechselrichter sind dann auch technisch veraltet und damit weitgehend oder ganz wertlos, das angelegte Kapital ist im Gegensatz zum Bundesschatzbrief weg. Nach einigen weiteren Jahren muss der Solarmodulbesitzer seine Anlage auf eigene Kosten als Sondermüll entsorgen. Ist er dann doch wieder der Spinner? Über eine weitere Absenkung der Einspeisevergütung werden sich unsere Energieriesen (Strom aus Gas, Kohle, Erdöl, Atomspaltung) sowie die aufstrebende asiatische Solarindustrie freuen. Der deutsche Stromverbraucher wird sicher nicht entlastet.
BZ-Leserbrief vom 30.1.2010 von Hans Georg Fürderer, Lahr

 

Eine strahlende Zukunft: Solarheizung von Consolar

Alle reden vom Klima – Ulrich Leibfried auch. Aber er tut es in einem anderen Ton, dem eines Visionärs, der nicht abgehoben, sondern klar, praktisch und strukturiert denkt. "Ich wollte immer eine richtige Solarheizung bauen. Also nicht nur eine Solaranlage, die neben einer konventionellen Heizung betrieben wird, sondern eine, die ein Haus komplett versorgt", sagt der promovierte Ingenieur. Sieben Jahre haben er und sein Team an der Verwirklichung gearbeitet. Alle reden von Krise, Leibfried notgedrungen auch. Denn sie ging nicht spurlos an der kleinen Firma Consolar vorbei, die Leibfried gemeinsam mit Mitstreitern vor 15 Jahre gründete. Vor zwei Jahren zeichnete die Badische Zeitung das Unternehmen noch mit dem "Jobmotor" aus, seit April mussten die 60 Mitarbeiter kurzarbeiten. Sie haben dennoch die Zukunft in Angriff genommen. Eine Million Euro hat Consolar in die Entwicklung ihrer neuen solaren Heizung investiert, mit "Solaera" soll die neue Zeitrechnung beginnen. Unterdessen laufen die ersten 20 Anlagen, und Ulrich Leibfried ist erstens zufrieden mit dem Ergebnis seiner technischen Arbeit und zweitens vorsichtig optimistisch, was den wirtschaftlichen Aufschwung angeht.
Alles von Franz Schmider vom 31.12.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/eine-strahlende-zukunft

 

Dezentraler Fotovoltaik-Strom hilft beim Aufstieg aus der Armut

Die UN-Klimakonferenz wird sich nicht oder nur nebenbei mit einem Thema beschäftigen, das für mehrere Milliarden Menschen von unmittelbarer Bedeutung ist: dem Zugang zu elektrischer Energie, und am besten: zu CO–freier Energie. Natürlich ist das dringlichste Problem der sich entwickelnden Länder die Deckung des Bedarfs an Nahrungsmitteln, einschließlich des Zugangs zu sauberem Wasser. Aber an nächster Stelle steht gleich die Energie. Sie schafft für einen weiten Bevölkerungskreis die Basis für einen Aufstieg aus äußerster Armut. Die Herausforderung ist gewaltig: Während die Zahl der Menschen ohne ausreichende Nahrung bei etwa einer Milliarde liegt, haben etwa zwei Milliarden keinen Zugang zu elektrischer Energie.

Dabei bietet die Fotovoltaik zur dezentralen Herstellung von Strom, der nicht mit einem Netzwerk verbunden ist, eine interessante regenerative Energiequelle. Zur Zeit ist die hauptsächlich benutzte Quelle für elektrische Energie in entlegenen Dörfern ein Dieselgenerator, für den der Treibstoff mühsam per Jeep herangeschafft werden muss. Jede so erzeugte Kilowattstunde kostet leicht um einen Euro und mehr und trägt zur globalen Klimabelastung mit CO bei. Fotovoltaisch erzeugter Strom dagegen kann in sonnenreichen Gegenden zu weit weniger als der Hälfte dieses Preises erzeugt werden, und speziell für diesen Markt entwickelte Technologien sollten sicher weit weniger kosten, 0,10 Euro pro Kilowattsstunde wäre ein realistisches Nahziel. Dies erfordert die Entwicklung kostengünstiger Ansätze für derartige kleine Solarsysteme, die einen Batteriespeicher einschließen sollten. Ein zweites großes Hindernis für eine schnelle globale Einführung dieser Technologie für einzelne Häuser oder Mininetzwerke für einzelne Dörfer ist der am Anfang erforderliche Finanzbedarf für Solarsysteme: Die beachtliche Anfangsinvestition kann erst über viele Jahre amortisiert werden. Dazu kommt die Betriebskontrolle der Systeme und die Notwendigkeit des regelmäßigen Einzugs von Zahlungen für den Strom. Es ist bedauerlich, dass deutsche wie auch europäische und globale Entwicklungspolitik dieses Problem nicht ausreichend in den Fokus genommen hat. Natürlich gibt es einzelne Solarprojekte in der Dritten Welt. Häufig werden derartige Projekte publikumswirksam in Betrieb genommen. Aber sie verfallen nach wenigen Jahren, weil ein kleines Bauteil nicht mehr arbeitet und niemand in der Wartung geschult wurde. Auch sind kostenlos gelieferte Systeme problematisch, da sich niemand dafür verantwortlich fühlt. Vernünftiger ist ein umfassender Ansatz, der auf kostengünstigen Systemen basiert, die den jeweiligen Bedingungen angepasst sind. Lokale Kräfte müssten geschult werden, damit sie einen Kontroll- und Wartungsplan realisieren können. Hinzu muss ein wirtschaftlich attraktives Finanzierungskonzept kommen. Nach einer sicher nicht unerheblichen Anfangsinvestition sollte ein solches Systeme zu einem Selbstläufer werden und die Vervielfältigung des Konzeptes weltweit erlauben. Ein solches Konzept zu erarbeiten und weltweit umzusetzen wäre eine lohnende Aufgabe unserer Entwicklungshilfe. Es gibt ein interessantes Beispiel für einen funktionierenden Ansatz: In Bangladesch installiert Grameen Shakti, eine gemeinnützige Ausgründung der durch Mikrokredite bekannt gewordenen Grameen Bank, zur Zeit monatlich mehr als 20 000 solare Haussysteme in den Millionen Dörfern dieses Landes. Zu diesem Projekt gehört die Schulung Tausender Arbeitskräfte, die in lokalen Betriebsstätten Anlagen zusammensetzen und warten. Sie besorgen auch den Einzug der Zahlungen für die elektrische Energie. Die positiven Erfahrungen der Grameen Bank mit Frauen haben auch hier dazu geführt, dass Grameen Shakti fast ausschließlich Frauen beschäftigt. Daher war es nur passend, dass die "Ashoka Stiftung für sozial verantwortliches Unternehmertum", die Canopus Stiftung und andere Partner vor zwei Wochen in Dhaka einen globalen Designwettbewerb mit dem Namen "Solar For All" ins Leben gerufen haben. Diese Initiative geht zurück auf einen Workshop in Freiburg. Ein erster Preis in Höhe von 250 000 Dollar wurde für das überzeugendste technologische Konzept ausgelobt und soll auf der Inter-Solar 2010 in San Francisco vergeben werden. Diese Initiative soll dazu beitragen, dass das Thema Solarenergie weltweit den ihm gebührenden Platz in den Debatten erhält.
Eicke R. Weber, 10.12.2009, BZ
Der Autor ist Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg

 

dirty silicon für Solarzellen schon ab 2010?

Solarzellen werden bislang aus reinem Silizium hergestellt. Das Reinigungsverfahren für ist aufwendig und kostspielig. Könnte man schmutziges Silizium verwenden, wäre das viel billiger und damit ein gewaltiger Sprung für die Solarindustrie - "dirty silicon" ist gefragt. Nun haben die Forscher am ISE Freiburg um Weber entdeckt, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Metalle – vor allem Kobalt, Eisen und Nickel – das Silizium verunreinigen, sondern darauf, wie sie im Silizium verteilt sind. Gelingt es, diese Restbestände von Metallatomen in der Zelle zum Beispiel durch eine Temperaturbehandlung zusammenzukehren, wird die Stromerzeugung kaum noch behindert. Dieser letzte Schritt nun ist den Forschern am ISE soweit gelungen, dass Weber verspricht: "Im ersten Quartal 2010 wird man Solarzellen aus schmutzigem Silizium kaufen können."
3.11.2009

 

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