Volunteering, Holidays and Business in the Black Forest


Waltershofen am Tuniberg
zwischen Markgräflerland und Kaiserstuhl

    

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Freiburg-Waltershofen, Tuniberg, Spargel, ...

 

 

Orientierung: Waltershofen an der Ostseite des Tunibergs

Tuniberg zwischen Kaisertuhl (im Nordwesten) und Freiburg (im Osten)

Blick von Süden nach Norden über den 10 km langen Tuniberg:
Waltershofen liegt am Osthang des Tunibergs - zwischen FR-Opfingen und Gottenheim

 

Waltershofen Ortsplan - Bild: www.freiburg.de

Waltershofen, Ortsteil von Freiburg
ov-waltershofen@stadt.freiburg.de
www.freiburg.de/waltershofen

  

 

 

Fotos

Kreuz auf dem Weg von Gottenheim nach Waltershofen am 4.5.2006 Blick von der Bank am Schönberg im Tuniberg nach Osten auf Waltershofen am 4.5.2006 Blick von der Bank am Schönberg im Tuniberg nach Süden am 4.5.2006
Wegekreuz auf dem Weg von Gottenheim nach Waltershofen am 4.5.2006
 
Blick von der Bank am Schönberg im Tuniberg nach Osten auf Waltershofen am 4.5.2006 Blick von der Bank am Schönberg im Tuniberg nach Süden am 4.5.2006
 
Wegweiser am Tuniberg-Ostweg auf Gemarkung Waltershofen Blick nach Westen zum Tuniberg-Kreuz zwischen Waltershofen und Merdingen am 4.5.2006
Wegekreuz
 auf Gemarkung Waltershofen
 
Wegweiser am Tuniberg-Ostweg auf Gemarkung Waltershofen
 
Blick nach Westen zum Tuniberg-Kreuz zwischen Waltershofen und Merdingen am 4.5.2006
Weinlese am 20.10.2008 am Tuniberg
Weingut
 
Historischer Gasthof Adler in Waltershofen am 16.9.2007  Weinlese am 20.10.2008 am Tuniberg
mit Hans-Jürgen Pfaff

 

Weingut Hercher

Hercher - Weingut aus Waltershofen zum 7. mal Ehrenpreisträger (17.12.2005)


 

Waltershofener See: Zirkulationsanlage soll Sauerstoff bringen

Der Waltershofener See hält einen traurigen Rekord: Landesweit gilt er als Baggersee mit der schlechtesten Wasserqualität, auch kam es dort schon mehrfach zu Fischsterben. Abhilfe könnte nun eine neuartige Zirkulationsanlage schaffen, die sauerstoffreiches Wasser bis an den Seegrund bringen und so verhindern soll, dass sich düngende Nährstoffe aus dem Sediment lösen. Besonders erwähnenswert: Die ausschließlich mit Solarstrom betriebene Anlage gibt es gratis, da der Hersteller die Finanzierung des Projekts selbst übernimmt. "Ursache für den schlechten Zustand des Waltershofener Sees ist seine Lage im Grundwasserstrom des Rieselfelds", erläutert Ralf Zähringer vom Umweltschutzamt: Das Grundwasser sei wegen der früheren Nutzung des heutigen Naturschutzgebiets – bis in die 1980er Jahre wurden dort Abwässer geklärt – sehr nährstoffreich, so dass dem Gewässer ständig große Mengen an Phosphat zugeführt würden. "Dadurch können sich Algen und andere Organismen stark vermehren", erklärt Zähringer. Bei deren Zersetzung komme es bereits ab zwei Metern Tiefe zu einem Sauerstoffschwund in dem rund zwölf Meter tiefen, von 1967 bis 1969 ausgekiesten See. "Für viele Fische ist das eine Katastrophe", betont Ingo Kramer vom Landesfischereiverband Baden: Zum Beispiel könnten sich Karpfen unter diesen Umständen im Winterhalbjahr nicht mehr in den wärmeren, bodennahen Zonen aufhalten. Andere Arten wie Zander oder Barsch seien noch stärker gefährdet, da sie zum Laichen kiesige Stellen oder bestimmte Wasserpflanzen benötigten, die es im verschlammten See nicht gebe. Kramer hat daher den Kontakt zur Firma EKS-Anlagenbau aus Freudenstadt hergestellt, die eine Zirkulationsanlage (siehe Infobox) zur Behandlung solch belasteter Gewässer entwickelt hat. An mehreren Baggerseen in der Ortenau kommt dieses Verfahren bereits zum Einsatz. "Dabei wird eine Zirkulation in Gang gesetzt, wodurch sauerstoffreiches Wasser nach unten gelangt", erläutert Zähringer. Unter solchen Bedingungen würde der Pflanzennährstoff Phosphor im Sediment gebunden bleiben, der See könnte sich also nach und nach erholen. Kosten entstehen der Stadt keine – da der Waltershofener See extrem belastet ist, hat die Firma EKS-Anlagenbau vielmehr ein großes Interesse daran, die Wirksamkeit ihres Verfahrens an eben diesem Gewässer zu demonstrieren. "Wenn wir zeigen können, dass unsere Methode sogar hier funktioniert, hat das eine besondere Aussagekraft", sagt Firmenchef Rainer Wirth. Deshalb wolle man auch wissenschaftliche Begleituntersuchungen vornehmen, um den Erfolg des Verfahrens zu dokumentieren. "Für uns ist es sozusagen ein Überzeugungsprojekt, das wir aus eigener Tasche finanzieren", betont Wirth, der sich im Übrigen sicher ist, dass die Sache auch klappen wird. Die Kosten bewegen sich nach seiner Aussage in einer Größenordnung von rund 25 000 Euro. Bei den Freiburger Sportfischern, die den Waltershofener See gepachtet haben, steht man dem Vorhaben positiv gegenüber: "Es könnten sich neue Fischarten einstellen", hofft der Vereinsvorsitzende Carsten Bernhard. Auch bei der Stadt Freiburg wird man den Verlauf des Projekts mit Interesse verfolgen: "Wenn sich das Verfahren bewährt, könnte es später auch anderenorts zum Einsatz kommen, etwa am Opfinger See", sagt Ralf Zähringer. Einen kleinen Wermutstropfen hat er dennoch ausgemacht: "Hier werden ja die Symptome bekämpft und nicht die Krankheit selbst", betont der stellvertretende Amtsleiter angesichts der Tatsache, dass der ursächliche Eintrag an düngendem Phosphat auch weiterhin stattfinden wird. Konsequenz sei, dass die Maschine langfristig im Einsatz bleiben müsse – ansonsten würde sich der alte Zustand wieder herstellen.

Die Zirkulationsanlage am Waltershofener See befindet sich derzeit noch im Aufbau. Im fertigen Zustand wird sie aus einem schwimmenden Untersatz bestehen, auf dem Solarzellen, Akkus und fünf Pumpen montiert sind. Zusammen mit mehreren 40 bis 60 Meter langen Schläuchen sorgen die Pumpen dafür, dass pro Sekunde zirka 200 Liter Seewasser umgewälzt werden. Die Anlage soll im Frühjahr für zunächst ein bis zwei Jahre in Betrieb gehen. Zur wissenschaftlichen Dokumentation wird am Ufer ein Messcontainer mit einer Hinweistafel aufgestellt, an der sich Besucher über den Verlauf des Projekts informieren können.
Andreas Braun , 12.12.2009

 

Grafitti-Sprayer: Verantwortung übernehmen

Zum Text "Kritzler aus der Clique kicken" (BZ vom 28. November). Dabei ging es um die Aufforderung des Waltershofener Ortsvorstehers Walter Glöckler an Jugendliche, illegale Grafitti-Sprayer zu melden und die Kritik der Verhaltensbiologin Gabriele Haug-Schnabel an diesem Vorgehen.

Wenn Recherchen vor Ort nicht zu dem (von vornherein feststehenden) Ergebnis führen, müssen eben die Erkenntnisse einer von der Situation vor Ort völlig unbeleckten Wissenschaftlerin herhalten. Auch wenn im Falle der Verhaltensbiologin Gabriele Haug-Schnabel der praktische Erfahrungshorizont kaum über den eigener Elternschaft hinaus zu gehen scheint. Wenn Frau Haug-Schnabel an anderer Stelle davon spricht, dass "kumpelhafte Puddingeltern der Untergang für Pubertierende" sind, sollte sie sich darüber im Klaren sein, dass dies ein gutes Stück weit insgesamt für das Verhältnis von Erwachsenen zu Jugendlichen in einem Gemeinwesen gilt. "Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf", sagt ein afrikanisches Sprichwort. Und sie sollte wissen, dass es "die Jugendlichen" nicht gibt, weder in Waltershofen noch anderswo (höchstens in der Theorie von Wissenschaftlern).

In Waltershofen ist es seit Jahren in hohem Maße gelungen, bürgerschaftliches Engagement – ausdrücklich auch von Jugendlichen – zu wecken und Freiräume für dieses zu schaffen. So ist eine Infrastruktur für Kinder und Jugendliche entstanden, um die andere froh wären. Ob Basketballfeld, Bolzplatz, Inline- und Skateanlage oder der Kinder- und Jugendtreff – diese und andere Einrichtungen sind aus gemeinsamem Engagement von Erwachsenen und Jugendlichen entstanden und können nur "überleben", wenn wechselseitig Verantwortung übernommen wird. Die BZ-Autorin hätte schon aus ihrem einzigen Gespräch mit einem Jugendlichen des Ortes erahnen können, dass die weit überwiegende Zahl der Jugendlichen nicht damit einverstanden ist, wenn beispielsweise zur Beseitigung von Schäden öffentliche Gelder aufgewandt werden müssen, die dann an anderer Stelle (auch bei Infrastrukturmaßnahmen für Jugendliche) wieder fehlen.
Es verwundert sehr, wenn Verhaltensweisen wie mangelnde Zivilcourage und Wegsehen, die allgemein als gesellschaftliche Mängel beklagt werden, plötzlich im Bezug auf Jugendliche den Status besonderer Tugenden erhalten. Wer Jugendliche ernst nimmt, wird von ihnen auch verlangen, dass sie für den Mist, den sie gebaut haben, geradestehen. Das geschieht in Waltershofen dank eines sehr starken persönlichen Einsatzes von Herrn Glöckler auf eine beharrliche und sehr konstruktive Weise. So wie von Jugendlichen nicht erwartet wird, sich von anderen zu distanzieren, sondern von bestimmten Verhaltensweisen, werden sie trotz Fehlverhaltens auch nicht innerhalb der Ortschaft ausgegrenzt, sondern ihr Verhalten wird problematisiert, und es wird Selbstverantwortung eingefordert.
Leserbrief vom 11.12.2008 von Johannes Fiedler, Waltershofen,
Leiter des Kinder- und Jugendtreffs


 

Freiburgs 7. Naturschutzgebiet: Humbrühl-Rohrmatten am Tuniberg

Eine rund 26 Hektar große Fläche im Bereich der Gewanne "Humbrühl" und "Rohrmatten" am Ostrand des Tunibergs wird Freiburgs siebtes Naturschutzgebiet. "Ohne den unermüdlichen Einsatz ehrenamtlicher Naturschützer gäbe es dieses Schutzgebiet heute nicht" , betonte Freiburgs Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik bei einer Ortsbegehung am Mittwoch.

Der Grundstein dafür wurde bereits 1980 von der Freiburger Gruppe im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gelegt, die damals Teile des heutigen Schutzgebiets erwarb und die ehemalige Ackerfläche nach und nach in ein Paradies für Vögel, Amphibien und Insekten verwandelt hat. Reine Formsache ist noch, dass die vom Regierungspräsidium Freiburg erlassene Verordnung erst in den nächsten Tagen in Kraft gesetzt wird. Nach Stuchliks Worten ist die Stadt dem Naturschutzbund zu großem Dank verpflichtet, vor allem den langjährigen Mitgliedern Günter Holzwarth und Werner Oberle, die sich seit 1980 immer wieder für den Erhalt dieser ökologisch wertvollen Fläche eingesetzt haben. Damals war eine rund zwei Hektar große Fläche auf einem ehemaligen Moorstandort im Waltershofener Gewann "Humbrühl" von der Zerstörung bedroht. Deshalb erwarb der Freiburger Nabu dieses wertvolle Gebiet und konnte es durch weitere Zukäufe nach und nach noch vergrößern: "Dazu mussten über 100 000 Euro aufgebracht werden, in denen neben Zuschüssen durch das Regierungspräsidium Freiburg auch Spenden und Mitgliedsbeiträge enthalten sind" , erinnert sich Werner Oberle, der das Schutzgebiet seit mehr als 25 Jahren ehrenamtlich betreut. Durch Arbeiten zur Pflege und Entwicklung, zu denen neben einer regelmäßigen Mahd auch das Anpflanzen standortgerechter Gehölze gehört, hat sich die Humbrühl-Parzelle im Laufe der Zeit zu einem abwechslungsreichen Mosaik verschiedener Biotoptypen entwickelt: "Baumbestandene Flächen und Flurgehölze kommen hier heute ebenso vor wie Feuchtwiesen, Röhrichte und Tümpel" , erklärt Werner Oberle. Mittlerweile würden rund 100 Vogel- und 26 Libellenarten in diesem Gebiet leben, darunter zahlreiche geschützte Arten wie etwa der Zwergtaucher und die Blauflügel-Prachtlibelle. "Durch neue Projekte wollen wir diese Artenvielfalt auch weiterhin fördern" , betont der passionierte Naturschützer. Überlegt wird unter anderem, zusätzliche Gewässer in dem Gebiet anzulegen. Wegen der außergewöhnlich hohen Artenvielfalt des "Humbrühls" setzte sich der Freiburger Naturschutzbund schon seit einigen Jahren dafür ein, dass diese wertvolle Fläche den rechtlichen Status eines Naturschutzgebiets erhält. "Das Verfahren dazu hat etwas länger gedauert, weil wir die Grenzen des neuen Naturschutzgebiets letztlich weiter gefasst haben als zunächst geplant" , gibt Biologe Wolfgang Kramer vom Regierungspräsidium Freiburg als Grund für die Verzögerung an: Aus ökologischen Gesichtspunkten habe man außer dem Gewann "Humbrühl" auch die westlich daran angrenzenden "Rohrmatten" dem neuen Naturschutzgebiet zugeschlagen, daher "Humbrühl-Rohrmatten" . 26 Hektar groß ist die Fläche. 21 Hektar liegen auf Freiburger Gebiet, den Rest teilen sich die Gemeinden Gottenheim und Umkirch. Bei der Gestaltung dieses Verfahrens hatte es übrigens keinerlei Probleme mit den betroffenen Landwirten gegeben, die um das Gebiet herum ihre Felder und Äcker bewirtschaften. "Die unterstützen den Naturschutzgedanken sehr" , freut sich Werner Oberle.
Andreas Braun , 15.8.2008, BZ

Josef Glöckler zeigt den Freiburger Stadtteil

"Ich glaube, die meisten Freiburger wissen gar nicht, dass wir auch dazugehören" , sagt Josef Glöckler (58), der Ortsvorsteher von Waltershofen. Und darüber ist er gar nicht mal so traurig. Ihre Eigenständigkeit war den Waltershofenern immer wichtig. Kein Wunder bei einem Stadtteil, von dem der kürzeste Weg nach Freiburg mitten durch die Nachbargemeinde Umkirch führt. Dass die Dorfgemeinschaft in dem 1139 erstmals urkundlich erwähnten Ort auch im 21. Jahrhundert noch funktioniert, beweisen zahlreiche Bürgerprojekte.

Über Jahrhunderte war Waltershofen ein vergleichsweise armes Bauerndorf. Statt fotogener Rebhänge gab’s Drei-Felder-Wirtschaft, Kartoffeläcker, ein bisschen Viehhaltung. "Prunkvolle Fachwerkbauten hatten wir kaum, deshalb konnten wir sie auch nicht erhalten" , sagt Josef Glöckler, der selbst auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Ort aufwuchs und später Lehrer wurde (für Deutsch und Sport am Kenzinger Gymnasium). Den eigentlichen Aufschwung gab es erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Winzergenossenschaft entstand und als auch "Städter" die reizvolle Lage am Tuniberg entdeckten und sich hier ansiedelten. Trotz — oder wegen — dieser bescheidenen Ausgangslage ist Waltershofen mit seinen mittlerweile 2400 Einwohnern ein Dorf ganz aus einem Guss geblieben. Kein einziges Hochhaus überragt den Turm der St.-Peter-und-Paul-Kirche — der Ortschaftsrat hat immer darauf geachtet, dass bei neuen Baugebieten "alles im Rahmen blieb" . Wahrscheinlich ist die (aus Freiburger Sicht) abgeschiedene Lage ein Grund, dass Waltershofen sich in vielerlei Hinsicht selbst genug ist. Von der Vielfalt der 14 Vereine — darunter vier Sportvereine, Feuerwehr, Landfrauen-, Musik- und Gesangverein sowie der regionale Windhund-Rennverein — können Wohnvororte wie Günterstal nur träumen.  Auch die geschäftliche Infrastruktur hat so ziemlich alles zu bieten: Da gibt es Lebensmittelgeschäft und Obst- und Gemüseladen, Apotheke, Bäckerei, Metzgerei, eine Allgemeinmediziner-Gemeinschaftspraxis und einen Zahnarzt, Filialen von Sparkasse und Volksbank, diverse Gastronomiebetriebe, zwei Friseure sowie Autowerkstatt und Autohaus.
Provinziell ist Waltershofen bei aller Selbstgenügsamkeit keineswegs: Hier hat zum Beispiel die "Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke" ihren Bundessitz. Und im Windhundstadion Richtung Gottenheim fanden sogar schon Weltmeisterschaften statt. "Wir wollen die dörfliche Identität bewahren und trotzdem für Neues offen sein" , sagt Glöckler (verheiratet, drei Kinder, seit 27 Jahren Ortsvorsteher). Ein gelungenes Beispiel ist für ihn die Löffel-Mühle am Mühlbach: Chef Josef Löffel hat sie längst zu einem zeitgemäßen Industriebetrieb ausgebaut, zu dem noch drei andere Mühlen der Region gehören.

Und trotzdem hat die Mühle, bei der rund zwei Dutzend Menschen arbeiten, etwas von ihrem alten Max-und-Moritz-Charme behalten. Um das Dorf voranzubringen, gibt es schon seit Jahrzehnten immer wieder "Bürgerprojekte" , auch wenn der Begriff früher noch gar nicht existierte. Eines der ersten war vor mehr als 25 Jahren die Rettung der alten Radsporthalle nach dem Bau der neuen Steinriedhalle. Alle packten mit an, und bis heute gibt es hier Vereinsräume und vor allem den Kinder- und Jugendtreff. Nach dem immer gleichen Prinzip (ein bisschen Geld vom Ortschaftsrat, ein bisschen von der Stadt sowie Spenden und Eigenleistung von Bürgern und Vereinen) folgten mittlerweile noch etliche andere Projekte. Dazu gehören die Inliner-Hockey- und die Skate-Anlage am Sportplatz ebenso wie das Glockentürmchen auf dem Friedhof oder die Ausschilderung von Jogging- und Walkingstrecken. Glöckler: "Wir wollen nicht am finanziellen Tropf der Stadt hängen und ständig als Bittsteller auftreten, dann wären wir irgendwann nur noch ein verwalteter Stadtteil." Projektvorschläge gibt es noch reichlich: So soll unter dem neuen Namen "Z’sämme in Waltershofen" mit Bürgerengagement ein Generationentreffpunkt geschaffen werden. Wunschstandort: der ehemalige und arg renovierungsbedürftige Farrenstall (Bullenstall) an der Umkircher Straße. Das zu stemmen, sei — vor allem finanziell — eine riesige Herausforderung, sagt Glöckler: "So oder so fällt dieses Jahr die Entscheidung." Erhalten werden soll nach Möglichkeit auch das Gebäude der Raiffeisengenossenschaft am Friedhof, das diese nicht mehr benötigt. Derzeit sind dort ein Getränkemarkt mit Postagentur und der Gemeindebauhof untergebracht. Bei einer Vermarktung und neuen Nutzung des Geländes fürchtet Glöckler vor allem um die Parkplätze, die für die Friedhofsbesucher wichtig seien. Noch recht "roh" ist die Idee, einen Erlebnisweg "Wein — Natur — Landschaft" auszuweisen. Um in angenehmer Atmosphäre neue Allianzen für Waltershofen zu schmieden, gibt’s in vier Wochen reichlich Gelegenheit: Vom 14. bis 17. September findet, wie alle zwei Jahre, das Wein- und Dorffest im Ortskern statt.
Thomas Jäger , 15.8.2007, BZ


 

Wasserreservoir restauriert: Hochbehälter mit Aussicht

Wer genug Puste mitbringt und oberhalb des Waltershofener Pfarrhauses einem schmalen Weg — teils mit Treppenstufen — den Rebberg hoch folgt, der wird mit einem atemberaubenden Panorama auf Waltershofen, Freiburg und den Schwarzwald belohnt. Dieses einmalige Panorama wollen engagierte Waltershofener sowie die Ortsverwaltung erhalten und einem größeren Publikum zugänglich machen. Aus diesem Grund restaurierte der Männergesangverein den 1929 erbauten Wasserhochbehälter.

Die Pflege rund um das Gebäude übernimmt künftig die Ortsverwaltung. Der Wasserhochbehälter soll eine der Stationen des geplanten Wein- und Naturerlebnispfades rund um Waltershofen werden. Auch soll er als Veranstaltungsort den örtlichen Vereinen zur Verfügung stehen. Den Auftakt machte am vergangenen Wochenende der Männergesangverein mit einem Openair-Konzert, an dem sich der Schulchor der Hofacker-Grundschule beteiligte. Mehr als 350 Zuschauern kamen. Waltershofen gehört dem Wasserversorgungsverband Tuniberggruppe an, der dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. In den 1930er-Jahren unterhielt der Verband ein Pumpwerk zwischen Munzingen und Oberrimsingen. Von dort wurde das Wasser über Leitungen in die einzelnen Wasserhochbehälter der Tuniberggemeinden verteilt. Die standen auf den Rebbergen, um den nötigen Druck in den Leitungen zu erzeugen. Von den Wasserhochbehältern aus wurde das Wasser dann in die Hausleitungen verteilt.

Der Waltershofener Behälter ragt etwa sechs Meter aus dem Boden heraus, er kann in zwei Behältern bis zu 100 000 Liter Wasser speichern. Doch das reichte an manchen heißen Tagen nicht aus: "Im Sommer kam häufig kein Wasser mehr aus den Leitungen" , erinnert sich Ortsvorsteher Josef Glöckler. Erst gegen Ende der 80er-Jahre wurde der Behälter außer Betrieb genommen. Das Wasser wurde nun in einem größeren Behälter zwischen Opfingen und St. Nikolaus gesammelt. Seit etwa fünf Jahren ist auch dieser Behälter "im Ruhestand" . Mittlerweile wird das Wasser direkt über die Hauptleitungen in die Hausleitungen verteilt. Die Stadt, der das Gelände rund um den Behälter gehört, hat den Behälter an ein Weingut verpachtet, welches ihn als Lager nutzt. Auf der Terrasse oberhalb des Behälters wird es in Zukunft jede Menge Kultur geben. Auch Weinverköstigungen kann sich Glöckler hier gut vorstellen. Einzig eine Bank, um das Panorama in Ruhe zu genießen, fehle noch.
Silke Bergerhoff, 20.7.2007, BZ


 

Waltershofener Mühle am Mühlenbach

Der Mühlenbach bei Waltershofen speist die Löffel-Mühle, die einzige von einst vielen von Wasser angetriebenen Mühlen

Ds Volkslied "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach" kommt nicht von ungefähr. Über Jahrhunderte hinweg haben Menschen die Kraft bergab fließenden Wassers genutzt, um Getreidemühlen zu betreiben. Bei der Spurensuche für "Am Ufer entlang" waren wir denn auch fast überall zumindest auf Erinnerungen an Mühlen gestoßen. Einzig in Tiengen und in Waltershofen bestehen heute noch Mühlen, wobei die Tiengener Mühle seit der Verlegung des Tuniberggrabens die Nähe zum Wasser verloren hat. Die Waltershofener Mühle steht noch immer am Bach, und zwar am Mühlenbach, der beim Opfinger Ortsteil St. Nikolaus vom Neugraben abgeleitet wird und sich mit diesem auf der Höhe der Hunderennbahn wieder vereinigt. In St. Nikolaus gab es früher ebenfalls zwei Mühlen. Die so genannte "untere Mühle" in der Gebenstraße am nördlichen Ortsrand war bis in die 1950er-Jahre in Betrieb. Die Geschichte der Waltershofener Mühle hat sich hingegen bis in die Gegenwart fortgeschrieben. 526 Jahre ist es her, dass der Ritter Friedrich Bock von Stauffenberg dem Kloster St. Märgen das Dorf Waltershofen abgekauft hat. Ausgenommen vom Vertrag blieb die Mühle. Diese Urkunde ist der älteste schriftliche Beleg für ihre Existenz. Gut hundert Jahre später taucht in Urkunden zum ersten Mal der Name eines Müllers auf. Der Nachname Daniel Müllers dürfte kaum überraschen. Heute sind es der Müllermeister Josef Löffel und sein Sohn Benjamin, die die Mühle gemeinsam führen. Josef Löffels Großvater August hatte das Anwesen 1930 erworben. Zuvor hatte er im Dienst des Fürsten von Sigmaringen die Dachswangermühle im benachbarten Umkirch betrieben. Weizen und Roggen von den Feldern am Tuniberg und Kaiserstuhl sowie Dinkel aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis durchlaufen die Löffel-Mühle. Ihre Abnehmer sind in erster Linie Bäckereibetriebe aus der Region. 1980 haben die Löffels eine Mühle in Burkheim und 1998 eine Mühle in Wyhl übernommen. Die allgemein wachsende Nachfrage nach regionalen Erzeugnissen stärkt das Unternehmen. Bis in die jüngste Vergangenheit haben die Löffels mit einer Turbine selbst erzeugt. Des unregelmäßigen Wasserstandes wegen steht die Anlage jedoch derzeit still. Aus Sicht der Stromgewinnung wäre es gut, den Mühlebach zu vertiefen und mehr Wasser aus dem Neugraben abzuleiten. Aus Sicht des Naturschutzes ist das jedoch unmöglich. Denn auch der Neugraben benötigt eine bestimmte Durchflussmenge, um ökologisch intakt zu bleiben. Wer am Mühlebach oder Neugraben etwas verändern will, kann das nur im Einvernehmen mit dem Umweltamt tun. Das Gelände zwischen der nördlichen Siedlungsgrenze Waltershofens und Umkirch ist nach europäischem Recht als ökologisch hochwertiges Feuchtgebiet geschützt.
Silvia Faller, 9.6.2007, www.badische-zeitung.de

Löffel-Mühle Waltershofen
Löffel Mühlen GmbH, Zur Mühle 5, 79112 Freiburg – Waltershofen, Fax 07665 - 947 19 20
e-mail: info@breadandcake.de
www.breadAndCake.de

 

Waldkapelle - HelferInnen gesucht
 
Waltershofener engagieren sich seit mehr als 20 Jahren für ihre Waldkapelle

Im Juni 1984 berichtete die Badische Zeitung zum ersten Mal über eine Fraueninitiative um die Stadträtin von Birgit Ungern-Sternberg, die sich der damals verwahrlosten Waldkapelle an der Umkircher Straße zwischen Waltershofen und Umkirch annehmen wollte. Inzwischen hat sie sich zu einem Schmuckstück entwickelt. Doch die Arbeit geht weiter. Mehrere Feste hat die Initiative organisiert, um die Renovierung zu finanzieren. Und mit der Unterstützung zahlreicher Waltershofener wurde die Kapelle dann schließlich saniert. Seither pflegt die damalige Fraueninitiative "ihre" Waldkapelle mit bemerkenswerter Ausdauer.

Erstmals erwähnt wird die Waldkapelle 1270 als Wallfahrtskapelle des Klosters St. Märgen. 1897 wird sie aufgrund des zunehmenden Verkehrs von der nördlichen auf die südliche Straßenseite versetzt. Damals war die Kapelle ein beliebtes Wallfahrtsziel zum so genannten "Hagel-Freitag" nach Christi Himmelfahrt, der an ein schweres Unwetter erinnerte. Zu Fuß zogen die Wallfahrer von Merdingen, March und Gottenheim noch bis in die 50er-Jahre hinein zur Kapelle, erinnert sich Helga Hänsler. Damals stand in der Kapelle auch noch eine wertvolle Pieta (Darstellung Marias mit dem Leichnam Jesu Christi), die heute in der Waltershofener Kirche zu bewundern ist.

"Mitte der Achtziger war das Dach der Kapelle kaputt, das Mauerwerk und die Fenster zerstört. Es hat uns einfach weh getan, ein Stück Waltershofener Geschichte verschwinden zu sehen" , erzählt Helga Hänsler. "Außerdem wollen wir ja auch gute Christen sein, und da ist es doch unsere Pflicht, ein Gotteshaus zu erhalten" , ergänzt ihre Freundin Gisela Hirschle. Gemeinsam mit Magret Kähn sind die beiden mit dem Reinigen der Kapelle beschäftigt, auch der Blumenschmuck wird von den Frauen auf eigene Kosten und mit Spendengeldern regelmäßig erneuert. Seit 1994 steht auch eine neue Pieta, gestiftet von dem Bildhauer Josef Schäfer aus Sankt Nikolaus/Opfingen in der Kapelle.

Eine weitere Besonderheit der Waldkapelle sind die zu jeder Tageszeit unverschlossenen Türen. Mittlerweile ist sie ein beliebtes Rastziel für Wanderer und Radfahrer. "Einmal haben wir Spuren von einem kleinen Feuer gefunden, da hat wohl jemand hier übernachtet" , erzählt Hänsle. Größte Sorge der acht engagierten Frauen, die mittlerweile alle zwischen 60 und 70 Jahre alt sind, ist der mangelnde Nachwuchs: "Jüngere Helferinnen würde ich mir schon manchmal wünschen, obwohl wir bisher immer von Handwerkern und Einwohnern Unterstützung bekommen haben" , resümiert Hirschle. So wurde 2006 von Waltershofener Handwerkern das Dach vom Moos befreit, da die Feuchtigkeit bereits die Wände in der Kapelle aufblühen ließ.
An jedem ersten Freitag im Monat wird ein Rosenkranz in der Kapelle gehalten, außerdem findet im Mai die Maiandacht statt. Für Wanderer und Ausflügler stiftete das Forstamt Holzbänke vor der Kapelle, der Rasen wird von der Gemeinde gepflegt.
Silke Bergerhoff , 23.1.2007, www.badische-zeitung.de

Waldkapelle Waltershofen gehört zur Seelsorgeeinheit Tuniberg:
http://www.opfingen.de/kakirche/Bilder/waldkapelle/bilduebersicht.html



Waltershofen-Seite von Joachim Fricke
www.tuniberg-info.de

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