Schwarzwald für Ehrenamtliche, Geschäftige und Erholungssuchende - Volunteering, Business and Holidays in the Black Forest


Krebs
Infos ab 18.12.2007
    

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Dreisamtal - Blick nach Osten über Kirchzarten zum Hinterwaldkopf im Juni 2007
Dreisamtal - Blick nach Osten über Kirchzarten zum Hinterwaldkopf im Juni 2007

 

Dunkermotoren und Ride2Live: Radeln gegen Krebs am 16.7.2011

 

Sie haben das „Biken für eine gute Sache“ am 16. Juli geplant: Doris Weiß, Renate Heizmann (Personalleiterin Dunkermotoren), Volker Brunner (Geschäftsführer Dunkermotoren) und Benjamin Rudiger (v.l.).

Foto: Dunkermotoren

Kirchzarten/Bonndorf (glü.) Einen solidarischen Wettkampf der ganz besonderen Art hat sich die Firma „Dunkermotoren“ aus Bonndorf ausgedacht. Mitarbeiter des Unternehmens und interessierte Sportler sind aufgefordert, am 16. Juli für einen guten Zweck zu Radeln. Alles was echten Sportsgeist ausmacht, soll die Menschen verbinden und sie im wahrsten Wortsinn „gemeinsam gewinnen“ lassen. Hintergrund ist eine der Geschichten, die in den Köpfen der Menschen hängen bleibt, eine die zum Innehalten anregt. Benjamin Rudiger hat eine solche durchlebt. Als Supersportler, deutscher U23-Mountainbikemeister, bekam er 2006 die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Der damals 22jährige Sportsoldat ging sofort in die Offensive gegen seine Krankheit und traute sich damit auch in die Öffentlichkeit. Er ließ sich während der Therapie seinen Sport nicht verbieten und radelte bereits ein Jahr nach der Entdeckung seiner Krebserkrankung bei der Marathon-Europameisterschaft auf den zehnten Platz. So hat ihn auch Doris Weiß kennen gelernt. Auch sie war Hochleistungs-Mountainbikerin, auch bei ihr wurde Krebs diagnostiziert. Sie erinnerte sich an Benjamin Rudigers Geschichte und nahm Kontakt auf. „Der Kampf gegen Krebs ist ein Wettkampf“ ist die Einsicht der beiden. Sie haben ihn durchgefochten. Die vielen Stunden der Verzweiflung und Erbitterung, die dazwischen gewesen sein mögen, halfen aber auch zu einem tiefen Wissen, das sie weitergeben möchten. Mit ihrem Verein „Ride2Live“ wollen sie anderen „helfen zu siegen“ und unterstützen die Arbeit der Rehaklinik für krebskranke Kinder und Jugendliche „Katharinenhöhe“ in Schönwald. Beim „Biken für eine gute Sache“ unterstützen „Dunkermotoren“ die beiden, ihren Verein und das Projekt, das sich die Kenner ihrer Problematik ausgesucht haben. Jeder am 16.7. gefahrene Kilometer spült Geld in die Kasse. Rund 45 Kilometer führen durch atemberaubend schöne Landschaften von Bonndorf ins Dreisamtal nach Kirchzarten. Zwei Strecken werden angeboten. Für die besonders Sportlichen ist eine Strecke mit 1.006 aufsteigenden Höhenmetern ausgesucht, die andere Strecke ist für reine Genussradler gedacht und hat nur 350 Meter Höhendifferenz insgesamt. Am 16. Juli geht es um 8:30 Uhr los mit einem Radlerfrühstück an der Bahnbrücke (Parkplatz beim Abzweig B 315 Bonndorf-Lenzkirch in die Kreis-Straße Richtung Schluchsee). Den Startschuss gibt Bonndorfs Bürgermeister Michael Scharf um 9 Uhr und die Ankunft mit Radlerhock ist zwischen 12:30 und 14 Uhr in Kirchzarten geplant. Interessierte Biker aus dem Dreisamtal sollten unbedingt mitfahren, um den Erlös für „Ride2Live“ noch zu steigern – sie müssen sich aber unbedingt bei Dunkermotoren in Bonndorf unter der Telefonnummer 07703 930-115 oder -462 anmelden. Die Anfahrt am 16. Juli kann morgens mit dem Zug ab Kirchzarten um 6:54 nach Seebrugg erfolgen. Von dort sind es 15 Kilometer zum Start in Bonndorf.
Gerhard Lück, 6.7.2011, www.dreisamtaeler.de 

 

 

Paul Griesenauer von der DKMS: So einfach geht Stammzellenspenden

Seit mehreren Jahren wirbt Paul Griesenauer von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im Hochschwarzwald um Stammzellenspender. Dieser Tage nun kamen er und zehn Freiwillige im Haus des Gastes in Schluchsee-Fischbach zusammen, um den potenziellen Lebensrettern eine Speichelprobe zu entnehmen.

In der vergangenen Jahresversammlung des Skiclub Fischbach informierte Paul Griesenauer über die Arbeit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS), worauf sich spontan zehn Vereinsmitglieder sich zur Typisierung bereit erklärten. So richtig zugehört hatte offensichtlich keiner, denn alle, die zur Typisierung am Samstag erschienen waren, wunderten sich darüber, dass ihnen kein Blut abgenommen wurde. Stattdessen ging es zu wie in einem Krimi im Fernsehen.

Mit zwei Wattestäbchen wurde von Griesenauer ein Abstrich der Wangenschleimhaut zur Analyse der Gewebemerkmale entnommen. Er erklärte den Spendern ausführlich, den Zweck der "Speichelprobe" und das weitere Geschehen. Nach der Typisierung des potenziellen Spenders anhand der Schleimhaut werden die Ergebnisse aus der Datenbank der DKMS anonymisiert in ein internationales Zentralregister gestellt, auf das Ärzte und Kliniken weltweit Zugriff haben. Für Patienten, bei denen sämtliche Therapien nicht halfen, gibt es als letzte Chance im Kampf gegen die Leukämie die Möglichkeit, durch passende Stammzellen geheilt zu werden. Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Die Hälfte der Neuerkrankten sind Kinder und Jugendliche und jeder fünfte Patient findet keinen passenden Spender. Sollte es laut Zentralregister Gewebeübereinstimmungen geben, wird der Spender um eine Blutentnahme zur Feintypisierung gebeten. Verläuft die Feintypisierung zufriedenstellend, begibt sich der Spender in eines der Entnahmezentren nach Freiburg, Ulm, Stuttgart oder Dresden, wo man medizinisch auf "Herz und Nieren" untersucht, also richtig auf den Kopf gestellt wird. Bei Eignung des Spenders beginnt für den Empfänger eine harte Zeit, in der das Knochenmark durch eine Chemo-Therapie gänzlich zerstört wird. Der Spender bereitet sich derweil auf seine Funktion als Lebensretter vor. Fünf Tage vor der Stammzellenentnahme muss er ein Medikament spritzen, das grippeähnliche Symptome zur Folge haben kann und die Stammzellenproduktion stimuliert. Dann werden die Stammzellen im Entnahmezentrum in drei bis vier Stunden aus dem fließenden Blut entnommen. Das Blut fließt vom einen Arm durch einen so genannten Zellseparator und dann in den anderen Arm zurück. Nur in rund zwanzig Prozent der Fälle wird eine Knochenmarkspende notwendig, die allerdings nur einen geringfügigen medizinischen Eingriff darstellt. Empfänger und Spender können schon in dieser Zeit anonymisierten Kontakt aufnehmen und sich Briefe schreiben, die von der DKMS weiter geleitet werden. Einer erfährt vom Anderen jedoch nur Herkunftsland, Alter und Geschlecht. Ein persönliches Kennenlernen ist erst nach zwei Jahren möglich, und auch nur dann, wenn dies beide wollen. Alle anfallenden Kosten werden für den Spender übernommen und er wird von einem persönlichen Ansprechpartner betreut.

Obwohl es so einfach zu sein scheint, ein Leben zu retten, sind die Menschen eher zurückhaltend in ihrer Bereitschaft zur Stammzellenspende. Griesenauer meint dazu, dass sich eben niemand gern mit Krankheit und Tod beschäftige. Wenn man einen Vortag über Leukämie halte, sei von den Zuhörern am nächsten Tag jeder Gedanke an das Thema erfolgreich verdrängt worden. Erst wenn es einen solchen Krankheitsfall im Bekannten- oder Familienkreis gäbe, würde die Bereitschaft zur Stammzellspende zunehmen. Seit zehn Jahren arbeitet Griesenauer ehrenamtlich für die DKMS. Im Hochschwarzwald habe er bereits 700 Spender von der lebensrettenden Maßnahme überzeugen können und insgesamt rund 35 000 Euro an Spendengeldern eingenommen. Denn es geht nicht nur um Speichel und Blut. Jede Typisierung kostet 50 Euro und muss durch Spenden finanziert werden. Griesenauer freut sich also nicht nur über "Speichelproben wie im Krimi", sondern ebenso über jeden Euro zur Rettung Leukämiekranker.

Weitere Informationen zur Knochenmarkspende erhalten Sie auf der Internetseite der DKMS unter http://www.dkms.de oder direkt bei Paul Griesenauer, unter Tel. 07653/6101.
25.1.2011, Ute Aschendorf

 

Guolin-Qigong für Menschen mit Krebserkrankung

Edith Zeisig (62) ist Physiotherapeutin und leidenschaftliche China-Reisende. Ihre ideale Verbindung von Beruf und Leidenschaft hat sie vor rund 15 Jahren im Qigong entdeckt. Eine spezielle Form dieser Bewegungskunst aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, das Guolin-Qigong, bietet sie neuerdings in wunderschöner Landschaft am Fuße des Giersbergs an - insbesondere für Menschen mit einer Krebserkrankung.

Wie kamen Sie selbst zu GuoLin Qigong?
Ein Zeitschriftenartikel hat mich auf die Methode aufmerksam gemacht. Über anschließende Internet-Recherchen bin ich dann zu meiner Lehrerin Frau Li nach Berlin gekommen. Sie setzte eine einjährige Grundausbildung in medizinischem Qigong voraus, danach konnte ich bei ihr auch die Ausbildung in GuoLin-Qigong machen.

Was bedeutet „medizinisches“ Qigong?
Medizinisches Qigong gibt es in China erst seit der Kulturrevolution. In dieser Zeit war Qigong als alte Traditionen zwar verpönt. Da man aber die medizinische Versorgung der Bevölkerung nicht gewährleisten konnte, hat man verschiedene Qigong-Formen einbezogen, erforscht, auf ihre medizinische Wirkung hin überprüft und ihnen das Etikett „medizinisch“ verpasst. Damit waren diese Methoden wieder gesellschaftsfähig. Der philosophische Ansatz des Qigong durch die Jahrtausende hin ist aber erhalten geblieben.

Und wo in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) würden Sie Qigong einordnen?
Die TCM besteht aus fünf Säulen: Ernährung, Pflanzenheilkunde, Akupunktur, Tuinatherapie und Qigong. Die Reihenfolge spiegelt auch den Stellenwert in der TCM wieder. Während für die mittleren drei Bereiche ein speziell ausgebildeter TCM-Arzt die Diagnose stellt, ist Ernährung für die Chinesen eine Hauptsäule gesunden Lebens, darauf hat man selbst zu achten. Auch für die Pflege seines Qi – also Qigong – ist jeder Mensch selbst verantwortlich, in welcher Form auch immer das praktiziert wird.

Und was ist nun das Besondere an Guolin Qigong?
Guolin-Qigong ist im Gegensatz zu anderen Qigong-Arten noch sehr jung – es entstand in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – allerdings auf der Basis einer Jahrtausende alten Heilkunst – und ganz speziell für Menschen mit Krebserkrankungen. Das Besondere ist die so genannte Windatmung und die Aktivierung der Meridiane durch gezielte Bewegung von Füssen, Armen, Händen, Kopf und Körper. Durch die Windatmung wird der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht und durch die Bewegung negatives Qi; also negative Lebensenergie, abgeleitet. Vor dem Hintergrund der TCM ist Krebs eine Form von negativem Qi, das sich als Tumor verfestigt. Wenn sich ein Mensch „verkrebsen“ kann, kann er sich auch wieder „entkrebsen“, sagt meine Lehrerin. Neben körperlichen Disharmonien führen vor allem auch negative Emotionen zu dieser Störung. Das bedeutet, dass neben der körperlichen Seite auch immer die emotionale Komponente berücksichtigt werden muss.

Findet sich GuoLin Qigong auch in Ihrem Alltag wieder? Vielleicht als regelmäßige Übung oder als innere Haltung  …
Ich übe nicht täglich, aber regelmäßig die verschiedenen Gangformen, um in Übung zu bleiben und auch, um zu erleben, was es bedeutet, in dieser Art draußen zu laufen, die Reaktion der Passanten zu erleben und auch auszuhalten.

Was genau tut Ihnen selbst gut an diesen Übungen?
Die Bewegung an der frischen Luft, das bewusste Gehen, das bewusste Atmen und das „von sich weg denken“.

Bewegung an der frischen Luft haben wir auch beim Nordic Walking oder Golf spielen – was ist beim Guolin Qigong anders?
Bei Nordic Walking oder Sport verbraucht man Energie, beim Guolin-Qigong wird dem Organismus Energie zugeführt, wenn es richtig gemacht wird.

Welcher Zielgruppe empfehlen Sie Guolin Qigong? Ausschließlich Menschen mit Krebserkrankungen? Oder ist es auch präventiv sinnvoll?
Ich empfehle Guolin-Qigong vor allem Krebspatienten in jedem Stadium, das ihnen erlaubt, täglich zu gehen. Es ist für alle Altersgruppen geeignet, für jüngere Kinder aber eher schwierig. Eine Ärztin aus unserer Übungsgruppe in Berlin hat es erfolgreich auch für bisher nicht heilbare rheumatische Erkrankungen eingesetzt.

Welche Erfahrung haben Ihre Kursteilnehmer bisher mit Guolin Qigong gemacht? Gibt es Rückmeldungen?
Bei einer Patientin haben sich die Tumoren zurückgebildet; eine andere Patientin berichtet davon, dass sie sich sehr viel kräftiger und wohler fühlt und dass das Gehen  wieder ihre Energiespeicher aufgefüllt hat.

Ist der Wirkmechanismus auch physiologisch erklärbar?
Physiologisch spielt sich bei Guolin-Qigong-Praktizierenden folgendes ab: Durch die Windatmung wird der Sauerstoffgehalt im Blut deutlich erhöht, die zum Teil sehr rasche Bewegung führt zu einer erhöhten Kapillardurchblutung, die Immunabwehr wird erheblich verstärkt, die eigene Aktivität führt zu einer deutlichen Stimmungsverbesserung der Patienten

Ist GuoLin Qigong bereits in der westlichen modernen Medizin angekommen?
Es gibt viele Widerstände - wie bei allen alternativen Krebs-Therapien. Ich vermute, dass das auch damit zusammenhängt, dass die Chemotherapie ein sehr gutes Geschäft für die Pharmaindustrie ist. In China wird sehr intensiv zu Qigong geforscht, auch in den USA, es liegen wissenschaftliche Studien vor, deren Qualität ich allerdings nur schwer beurteilen kann.

Schaut man sich Qigong-Videos an, fällt auf, das die Bewegungen bei manchen Menschen sehr mechanisch aussehen, bei anderen eher fließend und sehr natürlich. Wer oder was gibt den Rhythmus der Schritte, der Arm- und Kopfbewegungen vor? Und warum?
Die Bewegungen sind genau definiert, damit gezielt Meridiane aktiviert werden können, bestimmte Punkte einbezogen werden und negatives Qi abgeleitet werden kann. Die Kondition des Patienten entscheidet natürlich über die Geschwindigkeit und Beanspruchung. Deshalb ist die Qualität der Bewegung immer auch von der Bewegungsfähigkeit des Einzelnen abhängig. Ideal ist eine harmonische natürliche Bewegung, die durch fleißiges Üben erlernt werden kann. Wichtiger als alle mechanischen Bewegungen ist die innere Haltung zu sich selbst.

Wo findet Ihre Guolin-Qigong-Gruppe statt?
Ich laufe mit meiner Gruppe im Dreisamtal am Fuße des Giersbergs. Zur individuellen Einführung in die Methode biete ich Einzelunterricht im Abstand von drei bis vier Wochen an. Geplant ist auch eine Gruppe in Freiburg, da wäre dann der Schlossberg denkbar oder auch der Sternwald – Bäume müssen sein!
18.3.2010, www.dreisamtaeler.de 

 

Mountainbiker Benjamin Rudiger und Doris Weiss: ride2live

Der Kampf gegen Krebs ist ein Wettkampf
Kirchzarten (glü.) „Der Kampf gegen Krebs ist ein Wettkampf!“ Das haben Doris Weiß (41) und Benny Rudiger (26) leidvoll in ihrem jungen Leben erfahren. Unter Wettkampf hatten die beiden aktiven Mountainbiker bisher eher den sportlichen Kampf mit dem Bike im Gelände gemeint. Der Krebs hatte jedoch bei beiden die eingeschlagenen Lebenswege radikal unterbrochen. „Mit unserem Sport haben wir den Kampf gegen ihn aufgenommen und gewonnen“, können beide jetzt nach langen und intensiven Therapieerfahrungen voll Freude sagen. „Als ich Benny vor zwei Jahren beim Black Forest Ultra Bike-Marathon am Stollenbach am steilen Anstieg erlebte“, erinnert sich Doris Weiß, „fand ich das nach seiner Krankheit unglaublich und schöpfte ganz viel Kraft für mich daraus.“ Diese positiven Erfahrungen wollen Doris und Benny jetzt mit ihrem Verein „Ride2Live e.V.“ anderen Betroffenen mit auf den Weg geben. „Wir haben erfahren, dass dieser Kampf keineswegs chancenlos ist“, sind beide überzeugt. „Wir sind ein Beispiel dafür, dass Sport und Natur eine große Hilfe sein können, um in schweren Zeiten etwas mehr Lebensqualität zu erhalten.“ Wichtig war für beide auch, dass sie während der harten Zeit der Therapie Menschen an ihrer Seite hatten, die sie verstanden und unterstützten. Jetzt wollen sie von diesem intensiven Miteinander etwas zurückgeben und besonders jungen Menschen helfen, ihren Krebs zu besiegen. Um ihrem Anliegen genügend Öffentlichkeit zu verschaffen, haben Doris Weiß und Benny Rudiger mit anderen jetzt den Verein „Ride2Live e.V.“ gegründet: „Damit wollen wir Mut machen, den Krebs mit aktivem Sport zu besiegen!“ Mitglied können sowohl Privatpersonen mit einem Jahresbeitrag von 20 Euro als auch Firmen für 150 Euro werden. Außerdem verkauft der Verein für 50 Euro ein werbungs- und sponsorenfreies Radtrikot mit dem Vereinslogo, das der Kirchzartener Karikaturist Thomas Zipfel entworfen hat. Mit diesen Erlösen will „Ride2Live“ zunächst einmal die „Katharinenhöhe“, eine Kinderkrebs-Nachsorgeklinik bei Schönwald im Schwarzwald, unterstützen: „Es ist fantastisch, was dort für krebskranke Kinder und Jugendliche getan wird.“ Beim Verkaufsoffenen Sonntag am 21. März stehen beide für Informationen und Gespräche bereit. Spenden an „Ride2Live“, die steuerlich absetzbar sind, können auf das Konto 4486989 bei der Sparkasse Hochschwarzwald (BLZ 680 510 04) eingezahlt werden. Im Internet gibt es unter www.ride2live.de weitere Informationen.

 

Mit Sport und Lebensfreude den Kampf gegen den Krebs aufnehmen: Doris Weiß und Benny Rudiger. „Ride2Live“ soll dabei helfen.

Foto: Gerhard Lück

29.1.2010, Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

 

Mutige Fahrt zurück ins Leben
Olympia ist die Zeit der Euphorie. Von Helden ist dann die Rede, von Dramen und schier übermenschlichen Leistungen. Es ist die Zeit, in der Sportler und ihr Tun ins Mystische überhöht werden. Doch Sport kann mehr sein als die Abbildung von Höchstleistungen: bewegende Lebensqualität. Sport kann den Mut stärken, zu leben. Davon sind die Mountainbiker Benjamin Rudiger (26) und Doris Weiss (41) aus Kirchzarten überzeugt. Beide haben die schwersten Wettkämpfe ihres Lebens gewonnen. Den Krebs haben sie bezwungen. ...
Aus eigener Tasche haben Rudiger und Weiss die Produktion von Radtrikots vorfinanziert, die sie per Mundpropaganda und über das Internet www.ride2live.eu verkaufen wollen. Der komplette Erlös aus dem Trikotverkauf (Einzelpreis 50 Euro) soll der Krebsnachsorgeklinik Katharinenhöhe in Schönwald zugute kommen. Erstes Nahziel ist die Finanzierung eines "Lauflernpfades" für Beinamputierte. "Vielleicht sind wir ein bisschen blauäugig an dieses Projekt herangegangen", gesteht Benjamin Rudiger. "Wenn wir helfen können, sehen wir alle Schwierigkeiten nicht als Hemmnis, sondern als Ansporn." Thomas Zipfel, pfiffiger Cartoonist aus Kirchzarten und trotz spitzer Feder ein Zeichner mit großem Einfühlungsvermögen, hat das Logo für das Spendentrikot entworfen.
Alles von Johannes Bachmann vom 17.3.2010 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/sport/radsport/mutige-fahrt-zurueck-ins-leben--28416167.html

 

Bewegungstherapie nach Brust- bzw. Prostatakrebs - Buch

Freiburg (glü.) Mit einer großangelegten Studie konnte der Kölner Sportwissenschaftler Freerk Baumann belegen, dass körperliche Anstrengung den Gesundheitszustand schwerkranker Menschen verbessert. Die Ergebnisse hat er in dem Buch „Die Macht der Bewegung“ veröffentlicht. Am Freitag, dem 5. Februar spricht Baumann um 19 Uhr in der Freiburger Klinik für Tumorbiologie, Lehener Straße 86 darüber, wie Bewegungstherapie helfen kann, nach schwerer Krankheit wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Der Eintritt ist frei.

Das Reha Konzept, das Baumann entwickelte und in seiner Studie untersuchte, ist so ungewöhnlich wie effizient: 800 Kilometer Wandern, durch Hitze und Schnee, bergauf, bergab, sieben Wochen lang – das hört sich nicht gerade nach Erholung an. Doch der Kölner Sportwissenschaftler Freerk Baumann hat sich zusammen mit zwölf Brustkrebspatientinnen bewusst dieser Strapaze unterzogen. Ebenso ließ er eine Gruppe an Prostatakrebs erkrankter Männer von München nach Venedig über die Alpen laufen – im Dienste der Gesundheit und im Dienste der Wissenschaft. Die eindrucksvollen Berichte der Teilnehmer und die nicht minder interessanten wissenschaftlichen Ergebnisse sind ein Plädoyer für eine revolutionäre Form der Reha, die allen Betroffenen Mut machen und neue Perspektiven eröffnen will.
29.1.2010, Gerhard Lück, www.dreisamtaeler.de

 

Station Leben: Theaterprojekt mit jugendlichen Krebskranken

Es war eine lange, intensive und harte Zeit", sagt Franziska Wolf über ihr Leben mit der Krankheit. Bei der 15-Jährigen wurde 2004 die seltene Blutkrankheit aplastische Anämie diagnostiziert. Heute und an den kommenden beiden Abenden spielt sie am Theater in "Station Leben" mit. Mit ihr auf der Bühne steht 17-jährige Lion Russell Baumann. Er, der gesund ist, spielt einen krebskranken Jungen. Der an Leukämie erkrankte Manuel Veeser hat am Theater beim Vorgängerprojekt "Kennwort: Hoffnung" mitgemacht. Das Trio erzählt von Erfahrungen mit einer lebensgefährlichen Krankheit, die den Alltag auf den Kopf stellt, und davon, was ihm das Theaterspielen geben konnte
Alles von Frank Zimmermann vom 22.1.2010 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/station-leben-schwer-kranke-kinder-spielen-theater

Station Leben
22. bis 24. Januar, jeweils um 18 Uhr, Theater Freiburg, Werkraum, Bertoldstr. 46
Das Theaterstück von und mit krebskranken und gesunden Jugendlichen ist ein Projekt von "Element 3 – Jugend, Kultur, Konzept". Hier werden Geschichten von Krankheit und Heilung, Hoffnung und Verzweiflung, Freude und Trauer erzählt.

 

Freiburger Psychosoziale Krebsberatungsstelle: Hochqualifiziert

Dieser Stil wird dem Ernst des Themas nicht gerecht
Ich würde im Falle des Falles nach diesem Artikel diese Krebsberatungsstelle sicher nicht um Hilfe und Unterstützung aufsuchen, in dem Glauben, für mich als nicht besonders Bedürftige sei die Beratung und Unterstützung dieser Stelle gar nicht gedacht. Sie zeichnen ein Bild, das an der Realität der Ratsuchenden und an der professionellen Arbeit dieser Stelle vorbeigeht. Es geht nicht um die Abwicklung des Restlebens, sondern um eine Neuorientierung und Wiedererlangung der Lebensqualität von Krebskranken und ihrer Angehörigen, egal wie lange das Leben dauert. Dass sie in der Beratungsstelle mit hochqualifizierten Fachleuten in den Professionen Psychologie und Sozialarbeit zu tun haben, erfährt jeder, der sich an diese Stelle wendet – übrigens völlig unabhängig vom Krankheitsstadium, Status oder Geldbeutel. Schade, dass hier eine aufklärende Berichterstattung für Ihre Leser nicht stattgefunden hat zugunsten eines klischeehaften lockeren Journalistenstils, der dem Ernst dieses Themas nicht gerecht wird.
BZ-Leserbrief vom 27.11.2009 von Sylvia Kempff, St. Peter

Hilfe für ein gutes Restleben
... Ein Angebot, das für jeden Tumorpatienten Südbadens und seine Angehörigen gilt, egal wo er behandelt wird. Dass die Stunde Gespräch oder Beratung kostenlos ist, versteht sich von selbst, Anonymität wird gerne garantiert, manchmal sind auch Hausbesuche drin. Unter Tel. 0761/270 7750 werden täglich von 9 bis 13 Uhr Termine vergeben.
Alles von Michael Brendler vom 2.11.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/gesundheit-ernaehrung/hilfe-fuer-ein-gutes-restleben--21864819.html

 

Rosi Glück aus Stegen benötigt eine Stammzellspende
 

Die Suche nach einem passenden Spender verlief bislang erfolglos. Um ihr und anderen zu helfen findet am 8. November 2009 gemeinsam mit der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei  gemeinnützige GmbH eine Typisierungsaktion in Stegen statt. Rosi Glück aus Stegen leidet an Osteomyelofibrose. Osteomyelofibrose ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Ähnlich wie bei Leukämie wird die Blutbildung in solchen Maße beeinträchtigt, dass die Übertragung von gesunden Stammzellen eines passenden Spenders, ihre einzige lebensrettende Heilungsmöglichkeit ist. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale des Stammzellspenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Ein Patient mit einer häufigen Kombination der Gewebemerkmale kann unter 20.000 Menschen einen passenden Spender finden, bei sehr seltenen Merkmalskombinationen findet sich oftmals unter mehreren Millionen niemand. Obwohl in der DKMS als weltweit größte Datei über 2 Millionen Menschen als potenzielle Stammzellspender registriert sind, konnte für Rosi Glück bislang kein „genetischer Zwilling“ gefunden werden. Deshalb wendet sie sich gemeinsam mit dem Schirmherren der Aktion, Herrn Bürgermeister Siegfried Kuster, an die Bevölkerung von Stegen und Umgebung, mit der Bitte um Hilfe und Unterstützung. Jeder, der sich typisieren lässt, ist eine Chance für die Patienten weltweit.
 

Typisierungsaktion:
Sonntag, dem 8. November 2009 von 11:00 bis 16:00 Uhr
Kageneckhalle , Dorfplatz 4, 79252 Stegen

Nach dem Ausfüllen der Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, welches auf seine Gewebemerkmale untersucht wird

14.10.2009, www.dreisamtaeler.de

Patiententag am 19.Juni in Klinik für Tumorbiologie Freiburg

Die Krebstherapie sinnvoll ergänzen / Komplementäre Verfahren zur Stärkung der körpereigenen Ressourcen

Immer mehr Krebspatienten möchten selbst einen Beitrag zum Behandlungserfolg und zur Linderung der Therapienebenwirkungen leisten und wenden so genannte komplementäre, ergänzende Verfahren an. Oft scheuen sie sich, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen und informieren sich im Internet oder durch zahllose Werbebroschüren über Mittel, die ihnen in ihrer speziellen Situation helfen könnten. Dies kann aber nicht nur für den eigenen Geldbeutel riskant sein. Denn manche dieser vermeintlichen Wundermittel sind völlig unwirksam, einige sogar schädlich. Mit dem
Patiententag am Freitag, dem 19. Juni 2009
von 16 bis 18:30 Uhr, bietet die Klinik für Tumorbiologie in Freiburg,
Lehener Straße 86

Betroffenen, Angehörigen und anderen Interessierten einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten, die Krebstherapie sinnvoll zu ergänzen. In Fachvorträgen informieren Ärzte, Pflegende und Psychologen darüber, was ganzheitliche Krebstherapie bedeutet und welche bewährten Verfahren es zur Ergänzung der Schulmedizin gibt – sei es um die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken oder um die Nebenwirkungen der Krebstherapie zu behandeln. Ein eigener Beitrag befasst sich mit der Grenze zwischen seriösen Angeboten und Scharlatanerie und gibt Anhaltspunkte, wie man unseriöse Therapien erkennen kann. Im Anschluss an die Vorträge besteht im Rahmen eines Expertenforums die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Der Eintritt zum Patiententag ist frei.
Gerhard Lück, 12.6.2009, www.dreisamtaeler.de

 

Stammzelltypisierungsaktion von Fachschaft Medizin der Uni Freiburg

Momentan enthält die seit zwölf Jahren existierende Datei 48 000 potenzielle Spender aus ganz Deutschland, vor allem aber aus dem südbadischen Raum. "Wir brauchen viele, vor allem junge neue Spender, die lange in der Datei bleiben", sagt Lenartz. Die deutschen Transfusionsrichtlinien schreiben eine Altersgrenze von 61 Jahren vor, und so scheiden nach und nach viele Menschen als mögliche Spender wieder aus. ....
Alles von Claudia Füßler vom 5.5.2009 bitte lesen auf
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/eine-kartei-gegen-die-angst


Freiburger Stammzelldatei
www.km-spende.de
Sopendenkonto: Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, Konto 200 440 6, BLZ 680 501 01
Stichwort "Du bist 1:20 000".

"Du bist 1:20000" - Aktion:
Typisierungsmöglichkeit 6.5. und 7.5. von 12 bis 19 Uhr
KG II der Uni, Platz der Alten Synagoge Freiburg


 

Klinik für Tumorbiologie: Vortragsreihe über aktuelle Krebsforschung

Freiburg (glü.) Mit einer Vortragsreihe für Betroffene, Angehörige und alle Interessierten widmet sich die Klinik für Tumorbiologie ab April der aktuellen Krebsforschung. Unter dem Motto „Neue Strategien gegen Krebs“ geben Wissenschaftler einen Einblick in die Entwicklung innovativer Medikamente gegen Krebs und präsentieren vielversprechende Forschungsansätze.

Der erste Vortrag findet am Montag, dem 27. April in der Klinik für Tumorbiologie statt und beginnt um 19 Uhr. Thema des Abends ist die faszinierende Welt der Proteinkinasen, kleinster Eiweißmoleküle, die in Verdacht stehen, bei der Entstehung von Krebs eine Schlüsselrolle zu spielen. Christoph Schächtele wird in seinem Vortrag über „Eine neue Generation von Krebsmedikamenten“ sprechen, die in der Lage sind, genau diese Proteinkinasen schachmatt zu setzen. Im Anschluss an den Vortrag können die Besucher an einer Führung durch die Laborräume teilnehmen.

Im Rahmen von insgesamt fünf Vorträgen werden zukunftweisende Forschungsprojekte der Klinik für Tumorbiologie vorgestellt. Neben neuen Generationen von Krebsmedikamenten geht es dabei um Biomarker, Strategien gegen Gewichtverlust bei Krebs, eine Chemotherapie mit weniger Nebenwirkungen und um neue Wirkstoffe, die in klinischen Studien geprüft werden. Die Referenten informieren laienverständlich über aktuelle und zukünftige Strategien zur Therapie von Tumorerkrankungen. Ihr Ziel ist es, einige der vielen Fragen zur Entstehung von Krebs zu beantworten und einen Eindruck von den Möglichkeiten, aber auch von den Hürden der modernen Krebsforschung und der Entwicklung neuer Medikamente gegen Krebs zu vermitteln. Mehr Infos sind unter www.tumorbio-uni-freiburg.de  zu finden.
Gerhard Lück, 9.4.2009, www.dreisamtaeler.de

 

Trainingsprogramm für Krebspatienten mit chronischer Erschöpfung

Patienten während oder nach einer Krebstherapie leiden oft unter Erschöpfung und extremer Müdigkeit, die nicht durch ausreichend Schlaf überwunden werden kann. Hierzu bietet die Klinik für Tumorbiologie jetzt im Rahmen einer Studie ein kostenloses Trainingsprogramm an, das helfen soll, die chronische Müdigkeit zu überwinden. Die Erschöpfungszustände können jahrelang anhalten und den Tagesablauf der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Die Ursachen für diese chronische Erschöpfung sind vielfältig. Sie können in der Krebserkrankung selbst liegen, durch die Therapie bedingt oder auch Ausdruck einer mit der Erkrankung verbundenen seelischen Belastung sein. Jeder Krebspatient erlebt sie anders. Aber für alle stellt sie eine extreme Belastung dar, die bis hin zur Arbeitsunfähigkeit gehen kann. Die einzige „Therapie“ besteht darin, dass jeder einzelne Betroffene individuelle Möglichkeiten entwickelt, mit der Krankheit umzugehen und sie zu bewältigen. Das Trainingsprogramm der Klinik für Tumorbiologie wurde vom Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Uni Bremen zusammen mit einer Expertengruppe aus Onkologen, Psychologen, Physiotherapeuten, Pflegekräften und Patienten entwickelt. Im Rahmen der Studie soll die Wirksamkeit dieses Selbstmanagement-Programms nun untersucht werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es richtet sich an Patientinnen und Patienten nach Abschluss der Krebstherapie und besteht aus sechs wöchentlichen Treffen von jeweils 90 Minuten. In kleinen Gruppen werden dabei wichtige Themen erarbeitet und zahlreiche Tipps und Anregungen gegeben, wie man sich den Alltag erleichtern kann. Die Teilnahme an dem Trainingsprogramm ist kostenlos. Die Treffen finden in den Räumen der Klinik für Tumorbiologie statt und werden von erfahrenen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen für Onkologie geleitet. Wer an der Studie teilnehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0761 206-1220 weitere Informationen zur Teilnahme holen.
Gerhard Lück, 29.1.2009, www.dreisamtaeler.de

 

 

 

 

 

Über 200 000 neue Knochenmarkspender in der DKMS registriert

In 2008 haben sich mehr als 200 000 Menschen bei der Deutschen Kochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert. Damit stehen sie für alle Leukämiepatienten weltweit zur Verfügung, die einen Stammzellspender benötigen, wie die DKMS am Freitag in Tübingen mitteilte. Die Datei ermöglichte im Jahr 2008 knapp 3000 Stammzell- oder Knochenmarkspenden - mehr als je zuvor in einem Jahr. Im Jahr 2007 waren es 2500. Bisher sind rund 1,8 Millionen Deutsche als Spender bei der DKMS registriert. Für jeden fünften Leukämiepatienten findet sich kein geeigneter Spender, da für eine erfolgreiche Transplantation die Gewebemerkmale von Spender und Patient nahezu vollständig übereinstimmen müssen. Fünf Milliliter Blut oder ein Wangenabstrich reichen, um diese Merkmale festzustellen.
5.1.2009, www.dkms.de

 

Leukämiekranker Freiburger braucht Hilfe

Es ist eine eindrucksvolle Hilfswelle, die gerade durch St. Georgen geht. Bernhard K., Feuerwehrmann, Vater von zwei Kindern, ist leukämiekrank und sucht Stammzellspender.
5.12.2008, mehr auf www.badische-zeitung.de/freiburg/leukaemiekranker-freiburger-braucht-hilfe

Registrierung für Stammzellspender: 8.12.2008 zwischen 16 und 20 Uhr im Pfarrzentrum St. Georgen, Hartkirchweg 50b.
Anfahrt mit der VAG-Buslinie 11, Haltestelle Besançonallee.
Mehr lesen auf www.mv-fr-st-georgen.de 

 

Letzte Hoffnung und Auskunftsstelle: Krebs-Hotline im Tumorzentrum

"Man darf es nicht zu nah an sich ranlassen." Ulrike Gromer muss sich bei ihrer Arbeit immer wieder auf diesen Grundsatz besinnen. "Wenn man mit jemandem telefoniert, der noch ein halbes Jahr zu leben hat, ist das nicht einfach" , sagt die gelernte Arzthelferin, die seit elf Jahren bei der Krebshotline arbeitet. Für Patienten und deren Angehörige ist das Angebot des Tumorzentrums Ludwig Heilmeyer der Uniklinik kostenlos. Die Anrufe, die bei Ulrike Gromer eingehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. "Einige wollen Fakten und Daten, andere brauchen einen Seelentröster, weil sie ihre Familie nicht mit ihren Problemen belasten wollen" , berichtet die 48-Jährige. Wenn das Telefon einmal still steht, widmet sie sich ihrer Zweitaufgabe als Sekretärin — eine Aufteilung, die nicht immer einfach ist. "Wenn ich gerade einen Hotline-Anruf habe, dann mache ich die Tür auch schon mal zu. Das wird von den Kollegen auch akzeptiert." Viele der Hotline-Anrufer wollen eine zweite Meinung einholen, andere nur reden. "Es ist oft hart" , findet Gromer, "doch wir haben zum Glück einen Psychologen, mit dem wir immer sprechen können." Seit es ihn gibt, nehme sie die Arbeit kaum noch mit nach Hause. Für viele ist sie letzte Hoffnung und Auskunftsstelle zugleich, oft aus der ganzen Bundesrepublik. Es ist ihr ein Anliegen, keine falschen Informationen geben. "Es ist immer eine Gratwanderung, was man rät" , so Gromer. "Bei Detailfragen wende ich mich an unsere Experten. Deshalb kann es auch schon mal dauern, bis ein Arzt bei den Patienten zurückruft." Obwohl die Gundelfingenerin niemandem ein Patentrezept geben Krebs geben kann, hat sie das Gefühl helfen zu können:  "Es gibt ganz oft positive Rückmeldungen." Ärgerlich findet Ulrike Gromer Scharlatane, die mit angeblichen Wundermitteln ans Geld der Patienten wollen. "Auch wir wissen nicht, ob wir immer die passenden Antworten haben" , sagt die Hotline-Mitarbeiterin, "aber wir tun zumindest unser Bestes." Nach getaner Arbeit widmet sich Ulrike Gromer zum Ausgleich am liebsten ihrem Fahrrad, walkt oder liest. Oder unternimmt etwas mit ihrem Ehemann und ihrem 15-jährigen Sohn, der sie öfters zum Thema Krebs löchert. In der eigenen Familie hat Ulrike Gromer zum Glück keine Erfahrungen mit der Krankheit — und möchte auch mit Freunden nicht zu viel darüber sprechen. "Helfen kann ich am besten, wenn ich in meinem Büro bin."
Steve Prybilla , 23.10.2008, BZ

 

 


Medikamentöse Krebstherapie - Chemotherapie: Patienten für Interview gesucht

Das Wissenschaftsmagazin im SWR TV hat die nicht ganz einfache Aufgabe, ein Stück über Kosten-Nutzenbewertung in der medikamentösen Krebstherapie zu machen. Es soll ein kritisches Stück werden, über die oft nur sehr geringe Wahrscheinlichkeit, von bestimmten Chemotherapien zu profitierten, über die teils absurd hohen Kosten der Medikamente. Und über die Schwierigkeit,
Lebensmonate in Euro umzurechnen ...
Gute Experten (Arzneimittelkommission der Ärzteschaft, Nationales Krebszentrum Heidelberg) geben interessante Einschätzungen zu diesem Thema. Aber es fehlt ein Patient oder eine Patientin, der/die bereit ist, über Erfahrungen mit der Krankheit und mit Chemo vor der Kamera zu sprechen. Ohne Patientenstimme würde dem Stück eine Dimension fehlen.

Können Sie helfen? Persönlich oder mit einem Hinweis bzw. Kontakt? Für eine Rückmail ist sehr dankbar:
Dr. Frank Wittig,
SÜDWESTRUNDFUNK, Abt. Wissenschaft
55122 Mainz, Tel 06131/9293241, 01705405349, eMail
frank.wittig@swr.de

3.9.2008

 

25 Jahre Frauenselbsthilfe nach Krebs in Titisee-Neustadt

Wir sind keineswegs eine Selbstmitleidgruppe / Nicht nur Arztvorträge, sondern auch normale Freizeitangebote bestimmen das Programm

Die Diagnose "Krebs" erschüttert den Menschen im Innersten, die Dimension des Lebens verändert sich grundlegend. Dabei hilft es, neben der ärztlichen Beratung auch Betroffene zur Seite zu haben. So sieht dies auch Helga Hasenfratz. Sie selbst hat die Talfahrt der Krankheit am eigenen Leib erfahren und vor vielen Jahren in der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs persönliche Hilfe, Verständnis und Zuspruch erfahren. Deshalb hat sie sich seit Januar dieses Jahres auch als Leiterin der Gruppe zur Verfügung gestellt. Diese Funktion nimmt sie sehr ernst: Sie besucht die Lehrgänge zur Weiterbildung, wie beispielsweise zuletzt "Krebs und Medizin heute" . Überzeugt ist auch sie von der Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchungen: "Sie sollten unbedingt wahrgenommen werden." Da es seit Juli in der Helios-Klinik eine Onkologieabteilung gibt, hat sie sich vorgenommen, den Arzt und die Mitarbeitenden aufzusuchen, um bereits im akuten Fall Patienten die Möglichkeit zum direkten Kontakt zu geben. Seit 25 Jahren trifft sich die Ortsgruppe monatlich entsprechend eines Programms, das die Frauen halbjährlich zusammenstellen. Von Arztvorträgen über Ausflüge, Spiele, gemeinsames Kaffeetrinken und Kuchenessen sind es vor allem auch die lustigen Begegnungen und die freie, unbeschwerte Zeit zum Schwätzen: "Wir sind keineswegs eine Selbstmitleidgruppe." Rund 20 Besucherinnen sind es zurzeit. Wenn jedoch der Druck der Krankheit im Vordergrund steht, ist immer eine da, die weiß, wovon frau spricht. Unter vier Augen lässt sich manches besser ertragen. "Neue Mitglieder sind stets willkommen", macht Hasenfratz den Frauen Mut. Möglich sind Einzel- und Gruppengespräche für Betroffene und Angehörige, sowohl persönlich als auch telefonisch. Die Ortsgruppe ist der Organisation "Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs", gegründet 1976, angeschlossen. Sie steht unter der Schirmherrschaft und finanziellen Förderung der Krebshilfe und ist Mitglied in der BAG Selbsthilfe, der Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen und im Paritätischen Wohlfahrtsverband. Die Gruppe erhebt keine Mitgliedsbeiträge.
Martina Seiler, 29.7.2008, BZ

Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs Titisee-Neustadt
Helga Hasenfratz, Tel 07651/2361

 

 

Heilkraft der Bewegung - Aktionstag in Klinik für Tumorbiologie

Körperliche Aktivität ist die beste Krankheitsvorbeugung. Sport kann aber auch den Verlauf einer Erkrankung günstig beeinflussen. Diese Heilkraft der Bewegung ist im Fall von Krebs wissenschaftlich nachgewiesen. Die Klinik für Tumorbiologie in Freiburg, Lehener Straße 86 bietet deshalb am Samstag, dem 12. Juli 2008 von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Spektrum an gesundheitsfördernden Mitmach-Aktivitäten an. Sie richten sich an Menschen, die nicht ganz so fit sind wie sie gerne wären und sollen Lust auf mehr Bewegung machen.  

Die Sportlust wird geweckt mit „Fernöstlicher Gymnastik“, einem Gesundheits-Lauftraining, einer besonderen „Radtour gegen Krebs“, einem Boule-Crash-Kurs; mit Workshops zu Bewegung und Ruhe mit Tanztherapie und Musiktherapie, Gehirnjogging, Vorträgen zu Lebensstil, Sport und Ernährung und vielen weiteren Angeboten. Die positiven Einflüsse von Sport und Bewegung wirken sich auf den ganzen Menschen aus. Ihr günstiger Einfluss umfasst das körperliche, seelische und soziale Befinden. Kurz, Sport tut gut. Bewegung und Sport verbessern das Herz-/Kreislauf-System, die allgemeine Fitness, die Beweglichkeit, das Körpergefühl und stärken das körpereigene Abwehrsystem. Wissenschaftler der Sporthochschule Köln untersuchten im Rahmen einer Studie zur Bewegungstherapie in der Onkologie wie sich körperliche Aktivitäten in der Rehabilitation bei Brustkrebs-Patientinnen auswirken. Die Ergebnisse waren überzeugend: Es zeigte sich, dass Bewegung die körperliche und seelische Verfassung der Frauen positiv beeinflusste. Für die Praxis ist es wichtig ist zu wissen: Jedes Bewegungstraining sollte auf die individuelle Situation abgestimmt sein. Dies gilt besonders für Menschen während oder nach einer Krebserkrankung. Vor der Entscheidung für ein bestimmtes Bewegungstraining sollte deshalb mit einer medizinischen Untersuchung die Belastbarkeit abgeklärt werden. Auf dieser Grundlage kann dann ein sinnvoller Trainingsplan erstellt werden. Bei dem Aktionstag unter dem Motto „Heilkraft der Bewegung“ können die Besucher nicht nur zahlreiche Sport- und Bewegungsangebote in der Klinik für Tumorbiologie selbst testen, sie erfahren auch viel darüber, wie ein individueller Trainingsplan aussehen muss und was außer Sport noch zu einem gesunden Lebensstil gehört.
Gerhard Lück, 7.3.2008, www.dreisamtaeler.de

 

Kochenmarkspender gesucht - In die Spenderdatei beim ZKRD eintragen

Marius ist 12 Jahre alt. Er leidet unter einer lebensbedrohlichen Funktionsstörung des Knochenmarks. Die Ärzte haben nach langer vergeblicher Suche einen Spender gefunden, dessen Knochenmark Marius das Leben retten kann. Jetzt liegt der Junge in der Kinderklinik in Tübingen, er hat die Transplantation hinter sich. 2000 Patienten jährlich, so schätzen Ärzte, könnten überleben wenn sie einen passenden Spender finden. Die DNA des Spenders muss zu der des Kranken passen, und es kann Jahre dauern, bis der genetische Zwilling gefunden ist. Es gibt zu wenig freiwillige Spender, sagt die Deutsche Knochenmarksgesellschaft, und den passenden Spender zu finden, sei oft so wahrscheinlich wie eine Nadel im Heuhaufen. 8ooo Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr neu an Leukämie. Die Mutter des 12-jährigen Marius hofft, dass ihr Sohn mit Hilfe fremder Knochenmarkszellen die tödliche Krankheit überleben wird. Wie geht es Marius heute, wie fühlt seine Mutter, und: Was bedeutet es für einen Spender, Leben zu retten?
http://www.hilfe-fuer-marius.de/
3.7.2008, www.swr.de/zur-sache-bw

 

Experten informieren über den Darmkrebs in Helios-Klinik

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in der Bevölkerung. Um Patienten, Angehörige und Interessierte über die Erkrankung zu informieren, gestaltet das Darmzentrum Freiburg am Donnerstag, 3. Juli, um 19 Uhr einen Vortragsabend in der Helios-Klinik in Neustadt. Die Referenten, allesamt Experten, stellen die Themen allgemeinverständlich dar und stehen im Anschluss für Fragen und Diskussion zur Verfügung. Neben den Vorträgen wird ein kurzer Film über eine laparoskopische Darmoperation gezeigt. Chefärztin Constanze Vollmer referiert über "Darmkrebs — ist es der Lebensstil oder sind es die Gene?" . Internist Peter Kempf informiert über die Vorsorge-Koloskopie. Dieter Semsek spricht über den Krankheitsverlauf und die Therapien. Professor Stefan Eggstein beschäftigt sich mit dem Thema"Sie brauchen eine Operation?" . Im Darmzentrum Freiburg stimmen sich niedergelassene Fachärzte und Kliniken in regelmäßigen Konferenzen über Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Patienten mit Darmtumoren ab. Hier wird die optimale Behandlung festgelegt.
1.7.2008


 

Hautkrebspatient mit eigenen Zellen geheilt

Erstmals ist ein Hautkrebspatient nach einer Therapie mit eigenen, geklonten Immunzellen geheilt worden. Nach nur zwei Monaten seien die Tumoren des 52-jährigen Mannes, die bereits in in seiner Lunge gestreut hatten, verschwunden. Die Forscher hatten zuvor dem Patienten spezielle, eigene Abwehrzellen (T-Zellen) entnommen und sie außerhalb seines Körpers vermehrt — danach injizierten sie die geklonten Zellen dem Patienten wieder zurück. Auch zwei Jahre nach der erfolgreichen Therapie wurden bei dem Mann in einer Kontrolluntersuchung keine Krebszellen mehr entdeckt.
20.6.2008, www.rnz.de

 

Mainzer Studie über Krebs bei Kindern im Umfeld von AKWs

Zum ersten Mal gibt es einen allgemein anerkannten wissenschaftlichen Nachweis, dass die zivile Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung bei Kindern Krebs erzeugt. Kleinkinder, die näher an deutschen Atomkraftwerken wohnen, erkranken häufiger an Krebs und Leukämie als andere Kinder. Die Krebsrate ist um 60 %, die Leukämierate um etwa 120 % erhöht. Dies zeigt die vom Bundesamt für Strahlenschutz in Auftrag gegebene „Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken“ (KiKK-Studie 2007).
Über die Mainzer Studie über Krebs bei Kindern im Umfeld von Atomkraftwerken spricht Professorin Inge Schmitz-Feuerhake, Mitgründerin der Kölner Gesellschaft für Strahlenschutz, Vorsitzende des European Committee on Radiation Risk (ECRR), einer antinuklearen wissenschaftlichen Kritikergruppe, und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des IPPNW, am Freitag, 6. Juni, von 20 Uhr an im Hörsaal der Psychiatrie/Psychosomatik der Universität Freiburg, Karlstraße 5/ Ecke Hauptstraße.
Veranstalter: IPPNW – Regionalgruppe Freiburg (Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.)

3.6.2008

Sigrid Klotz: Das Ergebnis ist nicht zu ignorieren
Eine Studie hat nachgewiesen, dass Kinder, die im Umkreis von Atomkraftanlagen wohnen, mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit als andere Kinder an Krebs und speziell an Leukämie erkranken können. Über diese Studie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz anhand der Daten des Mainzer Kinderkrebsregisters informiert die Freiburger Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Silvia Faller befragte dazu die 54-jährige Fachärztin für psychotherapeutische Medizin Sigrid Klotz.
BZ: Frau Klotz, das AKW Fessenheim liegt nur dreißig Kilometer von Freiburg entfernt. Sollten Familien mit Kindern wegziehen?
Klotz: Ich bin gegen Panikmache. Aber man muss sich nach den Ergebnissen der Studie im Klaren sein, dass die Erkrankungswahrscheinlichkeit höher ist. In Zahlen bedeutet das: In Deutschland erkrankten im Untersuchungszeitraum zwischen 1980 und 2003 jedes Jahr mindestens fünf bis zwölf Kleinkinder unter fünf Jahren an Krebs und Leukämie, weil sie in der Nähe eines Atomkraftwerks wohnen. Die erhöhte Rate wurde bis zu einer Entfernung von fünfzig Kilometern nachgewiesen. Ob das einen bewegt, weg zu ziehen, muss jeder selbst entscheiden. Letztlich geht es darum, dass die Studie weitere Argumente liefert, diese Anlagen stillzulegen und sich hier in der Region dafür einzusetzen, dass die Betriebserlaubnis für das AKW Fessenheim nicht verlängert wird.
BZ: Das hat sich ja auch der Trinationale Atomschutzverband (Tras) zur Aufgabe gemacht, dem auch Städte und gemeinden beigetreten sind. Arbeiten Sie mit diesem Zusammenschluss zusammen?
Klotz: Wir haben beschlossen, diesem Verband beizutreten. Und auch wir setzen alles daran, die Zusammenhänge zu kommunizieren und Öffentlichkeit herzustellen.
BZ: Warum setzen Sie sich ein? Hatten Sie ein Schlüsselerlebnis?
Klotz: Schon in meiner Studienzeit hier in Freiburg stand ich der Anti-AKW-Bewegung nahe. Selbst aktiv geworden bin ich jedoch erst vor zwanzig Jahren. Auslöser war damals die Geburt meiner Tochter. Seitdem engagiere ich mich in der IPPNW, die heute 240 Mitglieder in Südbaden zählt.
BZ: Haben Sie nicht manchmal das Gefühl, Ihr Einsatz ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?
Klotz: Natürlich war ich schon entmutigt, und es gab Durststrecken zu überwinden. Aber in den vergangenen Jahren hat sich doch unglaublich viel bewegt. Der Anteil der regenerativen Energien steigt, und wir arbeiten am Ausstieg aus der Atomkraft. Und diese Studie bestätigt mich darin, wie wichtig es ist, nicht nachzulassen, sich gegen die Atomkraft einzusetzen. Sie erfasst alle Regionen in Deutschland und ist die wissenschaftlich fundierteste und aufwändigste Studie, die weltweit über Krebserkrankungen um Atomkraftwerke gemacht wurde. Ihre Ergebnisse können nicht ignoriert oder wegdiskutiert werden.
4.6.2008, www.badische-zeitung.de

 

Bundesverdienstkreuz für Ehepaar Rendler

Große Freude herrscht beim Freiburger Förderverein für krebskranke Kinder: Die beiden Vorstandsmitglieder Bernd und Inge Rendler sind mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Günther Oettinger würdigte bei der Verleihung in Stuttgart das ehrenamtliche Engagement der beiden im Förderverein. Dass ein Ehepaar das Bundesverdienstkreuz erhält, ist besonders selten. Die beiden engagieren sich seit mehr als 20 Jahren gemeinsam für den Förderverein — Auslöser dafür war die Leukämie-Erkrankung der eigenen Tochter 1985. Die Rendlers erkannten, dass die Behandlung schwer kranker Kinder nicht nur eine medizinische Seite hatte, sondern unbedingt auch Bereiche wie die Familienbetreuung abdecken sollte. Deshalb engagierten sie sich in dem damals noch jungen Förderverein. Mit ihrer Hilfe hat dieser heute mehr als 20 Millionen Euro gesammelt, die in die technische Verbesserung der Kinderkrebsstation der Uniklinik Freiburg, aber auch in die Einrichtung einer Psychologenstelle und den Bau zweier Elternhäuser investiert wurden. Die Auszeichnung sieht das Ehepaar als "Kompliment für den Verein" . "Wir beide sind nur die stellvertretenden Empfänger," so Bernd Rendler.
28.4.2008, www.suedkurier.de


 

Initiative gegen Darmkrebs - Früherkennung wird gefördert

Über 5000 Arztpraxen, Apotheken und Reformhäuser beteiligen sich noch den ganzen Monat März an der Aktion "Deutschland gegen Darmkrebs 2008", darunter auch die Reformhäuser im Elztal und die Arztpraxis von Dr. Treber in Waldkirch. "Darmkrebs ist durch eine geeignete Vorsorge vermeidbar!" . Mit diesem eindringlichen Appell, die Vorsorgemöglichkeiten gegen Darmkrebs stärker publik zu machen, hat die Giessener Agentur dbp Kommunikation oHG in Kooperation mit der Felix Burda Stiftung die Aktion gestartet. Jährlich erkranken in Deutschland rund 70 000 Menschen an Darmkrebs, fast 30 000 sterben daran. Ziel der bereits im fünften Jahr stattfindenden Initiative ist es, durch die Bereitstellung von sachlichen und verständlichen Informationen auf die Vermeidbarkeit von Darmkrebs hinzuweisen und die Vorsorgebereitschaft in der Bevölkerung zu erhöhen. Neben der Darmspiegelung (Koloskopie) ab dem 56. Lebensjahr bieten sich auch Stuhltests an.

19.3.2008, www.darmkrebsmonat.de,  www.darmspezialisten.de

 

HPV-Impfung kein Wundermittel gegen Krebs

Auch wenn wir es dem Pharmaunternehmen gerne glauben würden, dieser Impfstoff ist eben doch kein Wundermittel gegen Krebs. Vor fünf Jahren wurde bei mir bei einer Routineuntersuchung ein Frühstadium von Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert. Die Krebszellen konnten durch eine verhältnismäßig einfache Operation vollständig entfernt werden. Mein Frauenarzt empfahl mir damals, mich auf HPV testen zu lassen, um feststellen zu können, ob dies die Ursache des Krebs war, und um damit mein weiteres Risiko bewerten zu können. Der Test war negativ. Das bedeutet also, dass ich den Krebs bekommen habe, ohne je mit dem Virus infiziert gewesen zu sein. Wenn es damals schon eine Impfung gegeben hätte, hätte diese mich dennoch nicht schützen können. Ich kann nur jedem eindringlich raten, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. Früherkennung ist bislang leider die einzige wirkliche Chance.
BZ-Leserbrief vom 7.3.2008 von Silke Schultz, Neuenburg am Rhein



Krebs bei Kindern und AKW

Aus einer Studie, die das Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) im Dezember 2007 veröffentlichte, geht hervor, dass die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort deutlich zunimmt. Die Studie mit Daten von über 6000 Kindern liefert die bislang deutlichsten Hinweise auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken.

Das Risiko ist demnach im 5-km-Radius für Kinder unter fünf Jahren um 60 Prozent erhöht, das Leukämierisiko um etwa 120 Prozent. Im Umkreis von fünf Kilometern um die Reaktoren wurde für den Zeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs erkrankten, davon 37 Kinder an Leukämie. Im statistischen Durchschnitt wären 48 Krebserkrankungen beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten. Der Studie zufolge gibt es also zusätzlich 1,2 Krebs- oder 0,8 Leukämieerkrankungen pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Akw-Standorten.
Es ist davon auszugehen, dass Krebs nicht nur bei Kleinkindern auftritt, sondern dass auch Kinder und Erwachsene betroffen sind - deren Erkrankungsraten wurden bisher allerdings weltweit noch nicht in einer vergleichbaren Weise systematisch untersucht. Jetzt ist die Atomlobby dabei das zu tun. was sie in solchen Fällen immer tut: Mit allen (nicht nur finanziellen) Mitteln wird die Studie, an der auch AKW Befürworter mitgearbeitet haben, diskreditiert und die Forscher angegriffen. Ähnlicher Strategien bediente sich bisher auch immer die Gentechlobby. Dies ist kein Wunder, schließlich arbeiten zu beiden Themenbereichen die gleichen PR Agenturen. In einem AKW entsteht in einem Jahr pro Megawatt Leistung ca. die kurz- und langlebige Radioaktivität einer Hiroshimabombe. Das heißt, in einem AKW mit 1200 MW Leistung entsteht die Radioaktivität von ca. 1200 Hiroshimabomben. Ein Teil dieser Radioaktivität zerfällt nach relativ kurzer Zeit. Manche radioaktiven Stoffe ("Isotope") zerfallen in wenigen Jahren (z.B. das klimaschädliche Krypton-85: 10,76 Jahre Halbwertzeit). Andere radioaktive Gifte haben extrem lange Halbwertszeiten (z.B. Jod-129: 17 000 000 Jahre). Kein Wunder, dass ein AKW im "Normalbetrieb" trotz aller Filter auch Radioaktivität an die Umwelt abgibt.

Radioaktivität im so genannten Normalbetrieb
In der Propaganda der Atomkonzerne werden Atomkraftwerke häufig als "abgasfrei" bezeichnet. Doch Atomkraftwerke geben auch im so genannten Normalbetrieb über den Kamin, das Maschinenhaus und das Abwasser radioaktive Stoffe an die Umwelt ab. Jede noch so geringe radioaktive Strahlung kann Krebs auslösen. In der Umgebung vieler Atomanlagen wurden erhöhte Krebsraten festgestellt. Die Grenzwerte für erlaubte Radioaktivitätsabgabe des Atomkraftwerks Fessenheim zum Beispiel liegen bei 925 Milliarden Becquerel/Jahr für radioaktives Material und 74.000 Milliarden Becquerel/Jahr für Tritium (laut einer dpa-Meldung). Die erlaubte "Entsorgung durch Verdünnung", die schleichende Verseuchung über den Kamin und das Abwasser, ist ein Skandal. Dort wo die Wikipedia Seiten von der Atomlobby beeinflußt werden, heißt der Schornstein der AKW sehr häufig verharmlosend "Abluftkamin".

Krebs im ganzen Brennstoff"kreislauf"
Ein Risiko an Krebs zu erkranken gibt es nicht nur in der Nähe von Atomkraftwerken sondern in der ganzen Brennstoffkette. (Uranabbau, Urananreicherung, Fertigung der Brennelemente, AKW, Zwischenlager, Wiederaufarbeitung, Endlager, Transporte...)

Deutlich wird das Krebsrisiko beim Uranabbau.
Für jede Tonne verwertbares Uranerz fallen bis zu 2000 Tonnen strahlender, umweltbelastender Abraum an. Das beim Uranbergbau verstärkt entweichende Radongas macht die Bergwerksarbeiter und AnwohnerInnen krank. Ein Beispiel ist der Uranabbau der "Wismut" in Ost-Deutschland: Auf Grund der hohen Strahlenbelastung in diesen Gebieten traten dort verstärkt Krebserkrankungen auf. Allein rund 7.000 Lungenkrebsfälle sind dokumentiert. Insgesamt gehen Schätzungen von mehr als 20.000 Opfern im deutschen Uranabbau aus. Die Sanierung der deutschen Urangruben der Wismut hat die SteuerzahlerInnen 6,5 Milliarden Euro gekostet. Die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus in den Ländern der Dritten Welt sind verheerend.

Axel Mayer, BUND Geschäftsführer, 4.3.2007
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/krebs-kinderkrebs-akw-kkw.html


 


IPPNW fordert Konsequenzen aus erhöhten Kinderkrebsraten in AKW-Nähe

Berlin - Kleinkinder, die in der Nähe deutscher Atomkraftwerke wohnen, erkranken häufiger an Krebs und Leukämie als Kleinkinder, die weiter davon entfernt wohnen. Das ist das Ergebnis der "KiKK-Studie", die im Dezember 2007 vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht worden ist.

Bezüglich des weltweit höchsten Leukämieclusters in der Nahumgebung der beiden Atomanlagen AKW Krümmel und GKSS-Forschungszentrum regt das Land Schleswig Holstein jetzt weitere Aufklärung mit Unterstützung der Bundesregierung an. Anlässlich des Weltkrebstages 2008 fordert deshalb die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW deutlich mehr Engagement vom Bundesumweltministerium und schnellere Konsequenzen aus der "KiKK-Studie". Die IPPNW regt eine öffentliche Fachdebatte zur strahlenbiologischen Aufklärung an, die auch die kritischen Wissenschaftler des Strahlenschutzes einbezieht. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass die vom BfS in Auftrag gegebene und vom Mainzer Kinderkrebsregister durchgeführte "KiKK-Studie" erhöhte Krebsraten auch noch im Umkreis von 50 Kilometer aller deutschen Atomreaktoren nachweist. "Bei der Präsentation der Ergebnisse durch die Mainzer Wissenschaftler im Dezember 2007 ist irreführend der Eindruck entstanden, dass es sich lediglich um Befunde aus einem 5 Kilometer-Umkreis um Atomkraftwerk handele", so Dr. med. Angelika Claußen, Vorsitzende der bundesdeutschen IPPNW.
Obwohl strahlenbiologische Zusammenhänge bei diesen Studienergebnissen ganz offensichtlich auf der Hand liegen, wurden von der Mainzer Studienleiterin, Frau Prof. Blettner diese verneint und - die Sachlage verwirrend -  ein vermeintlicher Zufall ins Spiel gebracht. Die wissenschaftliche Expertengruppe, die die KiKK-Studie begleitete, kam jedoch im Gegensatz zu ihr zur Einschätzung, dass aufgrund des besonders hohen Strahlenrisikos für Kleinkinder sowie der unzureichenden Daten zur
Emissionen von Leistungsreaktoren ein strahlenbiologischer Zusammenhang keinesfalls ausgeschlossen werden könne. Von der Politik wurde leider eine dringend notwendige Entscheidung erst einmal auf die lange Bank geschoben. Bundesumweltminister Gabriel begnügt sich lediglich damit, die Ergebnisse der KiKK-Studie über 9 Monate lang von der Strahlenschutz-Kommission überprüfen zu lassen. Die IPPNW begrüßt ausdrücklich die jüngste Initiative aus Schleswig-Holstein nach neuen Untersuchungen zu den bekannten Elbmarschleukämien. Sie weist allerdings darauf hin, dass unabhängige nationale und internationale Wissenschaftler in ihren Untersuchungen nicht genehmigte Emissionen, die nur aus dem Atomkraftwerk oder aus der GKSS-Forschungsanlage stammen können, bereits in den Jahren 2001 bis 2004 aus Bodenproben  nachgewiesen haben. Schon in den 90iger Jahren wurden im Dachstaub von Reethäusern und in Baumrinden ebenfalls Radioisotope nachgewiesen. Alle diese Untersuchungen sind ausführlich dokumentiert. "Wenn die schleswig-holsteinische Landesregierung  Aufklärung bezüglich der Kinderleukämien will, so muss sie die vorliegenden wissenschaftlichen Nachweise von nicht genehmigten Emissionen, wie sie in der Anhörung im niedersächsischen Landtag vom 11. und 12. 4.2007 ergab, endlich zur Kenntnis nehmen", so Claußen. Siehe auch: www.ippnw.de/Atomenergie/Atomkongress/Elbmarschleukaemien/

Anlässlich des Weltkrebstages 2008 und vor allem im Hinblick auf den Schutz der Bevölkerung, die weltweit im Umkreis von 439 betriebenen Atomreaktoren lebt, fordert Claußen mehr nationales, aber auch internationales Engagement: "Ich halte eine sofortige öffentliche und sachlich geführte Fachdebatte für notwendig, in der alle bisher vorliegenden nationalen und internationalen Informationen zum erhöhten Strahlenrisiko in AKW-Nähe erörtert und zusammenhängend gewürdigt werden. Wir brauchen Grenzwerte, die uns Menschen schützen und nicht den Betrieb der Atomkraftwerke!"
Die IPPNW fordert darüber hinaus eine systematische Überprüfung auch für ältere Kinder und Erwachsene, da befürchtet werden muss, dass auch für diese Altersgruppen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht.
5.2.2008, über Erhard Schulz, Bürgerinitiativen Umweltschutz Breisgau


 


 

Förderverein stiftet eine Professur an Uni-Kinderklinik
Die Kinderklinik der Freiburger Universität bekommt eine neue Professur in der Krebsforschung. Die Kosten dafür zahlt allerdings nicht das Land Baden-Württemberg — sondern ein privater Verein: Die Stelle wurde jetzt von dem Förderverein für Krebskranke Kinder in Freiburg gestiftet.

Zurzeit läuft das Bewerbungsverfahren für die neue Professur, im März finden erste Vorstellungsgespräche statt. Schwerpunkt der Forschungsstelle ist die so genannte Hämopoetische Zelltherapie, also die Behandlung von Krebspatienten mit blutbildenden Zellen im Rahmen einer Knochenmarktransplantation. "Der Kollege oder die Kollegin könnte zum Beispiel an Mausmodellen verschiedene Abstoßungsreaktionen untersuchen" , erklärt Charlotte Niemeyer, Professorin und Ärztliche Direktorin an der Uni-Kinderklinik. "Es geht darum, dass wir genau begreifen, welche Zellen bei einer Knochenmarktransplantation welche Rolle spielen." Der neue Professor solle "einen Großteil der Zeit im Labor verbringen" , aber als Oberarzt arbeiten, um den Kontakt zur ärztlichen Praxis zu halten.

Dass eine gesamte Professur von einem Verein gestiftet wird, ist eher ungewöhnlich — allein schon wegen des finanziellen Umfangs: 200 000 Euro pro Jahr kostet die neue Stelle inklusive zweier Mitarbeiter, der Verein hat zunächst die Mittel für sechs Jahre zugesagt. Der Förderverein unterhält unter anderem das Elternhaus auf dem Klinikgelände mit 73 Betten und einem Kindergarten für gesunde Geschwisterkinder. "Die Unterstützung betroffener Eltern ist unsere Hauptaufgabe" , sagt Bernd Rendler vom Vereinsvorstand. "Aber daneben haben wir ein Kuratorium, das sich um die Förderung der Krebsforschung kümmert." Ein konkretes Projekt wie die neue Professur helfe auch Spenden zu bekommen, aus denen der Verein seine Projekte finanziert. Immer wieder engagieren sich Prominente wie die Moderatorin Carmen Nebel für den Förderverein. "Unsere Basis sind aber die zahlreichen Spender in der Region" , sagt Rendler. Man wolle die Krebsbehandlung bei Kindern konkret verbessern, aber der Verein achte auch darauf, dass sich der Staat nicht aus der Finanzierung zurückziehe und übe politischen Druck aus.
"Der Verein schenkt uns Infrastruktur", sagt Charlotte Niemeyer von der Kinderklinik, "eine solche Stelle wäre sonst so nicht finanzierbar." Der neue Professor könne für seine Forschungstätigkeiten weitere, auch öffentliche Mittel beantragen: "Dann dreht das Rad sich weiter." Niemeyer hofft, dass die Universität nach sechs Jahren die Finanzierung der Stelle übernimmt.
Thomas Goebel , 26.1.2008, BZ


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